Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 233 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2912821-2912916-2912920-2928178--11360-2928328- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 233 sehen Kirchenbau aus Holz entlehnt ist35), da auch bei diesen die Kuppel vom Viereck ins Achteck übergeführt wird. Die Überleitung vom Viereck ins Achteck wird bei den Synagogen durch Einschaltung einer Dreieckfläche in die Ecken des Vierecks gebildet. In konstruktiver Beziehung wäre zu bemerken, daß die Decke an das Dachwerk angehängt, oft direkt an Teile desselben angenagelt wird. Für die Befestigung der Schalung sind Bogen notwendig, welche entweder aus gebogenem Holz (siehe Gwozdziecz) hergestellt oder aber als Bohlenbogen (Chodorow) ausgebildet wurden. Zur Trennung und Begrenzung der einzelnen Elemente werden gewöhnlich starke Profilleisten mit Viertelstab und Plättchen verwendet. Die Verschneidüng der Flächen ist oft durch schwache Leisten gedeckt. Die Schalbretter selbst werden mit einem schiefen Blatt versehen, um beim Schwinden des Holzes nicht klaff ende Fugen zu erhalten. Beschreihung der JVlalerei in den Synagogen Polens In Westeuropa sind nur wenige Synagogenbauten mit Malereien geschmückt worden (Synagoge in Bechhofen, Horb, Köln, Speyer usw.). Dort ist das Innere gewöhnlich bloß getüncht (Alt-Neusynagoge in Prag). Dieser Umstand darf aber gerade zu einer Zeit, in der die Kirche reichen polychromen Schmuck aufweist, nicht wundernehmen, da das Verbot der Darstellung menschlicher Gestalten den Juden auch sonst Zurückhaltung auferlegte. Auch die hölzernen Synagogen Polens haben sehr häufig die Malerei bei der Innenausstattung des Männerbetraumes herangezogen, woraus zu schließen ist, daß die Juden Polens in diesem Punkt wohl nicht so strenge in der Auslegung der heiligen Schrift waren, wenn auch die Darstellung des menschlichen Antlitzes, das zum Beispiel in der Pessachhaggada und sonstigen Miniaturen ungescheut wiedergegeben wurde, in Synagogen möglichst gemieden oder durch eine unbedeutende Entstellung gegenstandslos gemacht wurde30). Mitunter wurde das menschliche Angesicht durch einen Tierkopf ersetzt. Die Ausschmückung scheint in den meisten Fällen ungeübten Leuten anvertraut worden zu sein und ist daher nur ihrer Motive wegen interessant. Wirklich künstlerischen Wert in der Malerei besitzen allein die Synagogen in Chodorow, Gwozdziecz, Jablonow, Kamionka-strumilowa und Chyrow. ») Siehe Moklowslcy, a. a. O. Abbildungen S. 303, 380, 398, ») Vergl. Grunwald in d. Monatsschrift f. Gesch. u. W. des Judentums 1930.