Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 231 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 231 Peczenizyn) oder aber aus Setz- und Futterstufe gebildet. Ist keine Futterstufe vorhanden, so wird die Stufenuntersicht oft verschalt. Nicht bei allen Treppen wird die Wange verwendet, sondern es dient eine zu diesem Zwecke errichtete Bohlen- oder Ständerwand als Auflager der Stufen (siehe zum Beispiel Chyrow). Um die Wange mit der Stufe zu verbinden, wird an der Stufe ein Zapfen angearbeitet, der dann in der Wange verkeilt wird. Wo ein Treppengeländer besteht, ist es aus gedrehten Hoizbalustern (Peczenizyn) oder aus ausgeschnittenen Brettern hergestellt. Baluster und Zierbretter werden oben durch die Handleisten gehalten. 'Die Handlelsten sind reich profiliert, immer ihrer Verwendung gemäß gestaltet. 9. Offene Vorhalle, Galerien. Die Vorhalle, die eine Eigentümlichkeit des Holzbaues aller Länder ist, war einst in Polen ein beliebter und verbreiteter Baugedanke34). Wird die Treppe zur Frauenabteilung dem Gebäude außen vorgelegt, so muß sie durch einen Anbau geschützt werden; dies geschieht entweder dadurch, daß im obersten Geschoß eine Vorhalle (Jablonow) errichtet wird, oder aber es ist, z. B. in Pohrebyszcze, im Parterre und ersten Stock eine solche vorgelegt, wie wir es auch bei alten hölzernen Rathausbauten in Polen vorfinden. Die Säulen im Parterre, gewöhnlich aus Eichenholz, stehen auf einer durchlaufenden Schwelle auf. Durch Bügen werden die Lauben dann weiter ausgestattet; manchmal sind es auch horizontale Bretterverschalungen, die dann reichere Ausschnitte zeigen; die kurzen Hängesäulchen, in der Mitte der Öffnung angebracht (Wolpa,Kamionka-strumilowa), sind auch in ihrer Formensprache der polnischen Holzbauweise entlehnt, wie uns zahlreiche Holzhausbauten in der Gegend von Delatyn und Kolomea beweisen. In den Synagogen von Wolpa und Zabludow laufen in Stockwerk shöhe um die Eckbauten Galerien. Auf die ausspringenden Tränie ist die Bedielung und Schwelle gelegt, welch letztere die Säulen aufnimmt, die wieder das Dach tragen. Diese Galerien sind aber nicht aus dem Grundriß heraus zu erklären; sie haben einerseits die Bestimmung, die Wand vor Witterungseinflüssen zu schützen, anderseits aber auch die Aufgabe, Eckbauten durch die reichere Formengebung zu betonen. Die Galerien und die im ersten Stock angeordneten Vorhallen haben auf etwa 1 m Höhe einen Brüstungsriegel. Der Raum zwischen diesem und der Schwelle f>*) K. Moklo-wslä, Sztuka Interna w Polsee, iy03, S. 48.