Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 229 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 229 Die zweite Art der beim Synagogenbau verwendeten Binderkonstruktion besteht darin, daß Bund- und Leergespärre zur Anwendung kommen. Der stehende Stuhl, durch Fuß- und Kopfbänder mit der Schwelle und den Pfetten versteift, ist bei der Synagoge in Peczenizyn auf einen Schweiler, der von den Trämen getragen wird, aufgesetzt. Bei der Synagoge in Gwozdziecz hingegen, bei weicher wegen der reichen Deckenausbildung es nicht möglich war, Träme anzuordnen, wurden der östliche und westliche Tram verdoppelt, da er die Schwelle, auch aus zwei Balken gebildet, aufzunehmen hatte. Auf dem so gebildeten Rahmen wurde der Stuhl aufgestellt und durch den Einbau von Streben und Brustriegeln gegen Winddruck gesichert. Die Stuhlsäule nimmt zwei Pfettenlagen auf, deren unlere den Sparren des ersten Geschosses als Auflager dient, während die obere das als Kehlbalkendach ausgebildete zweite Dachgeschoß aufnimmt. Um jedoch die Dachkonstruktion beider Systeme gegen Winddruck in der Richtung des Firstes zu sichern, sind bei den großen Konstruktionen Andreaskreuze als Windstreben verwendet. Wegen der leichten Schindeldekkung war es möglich, die Sparren weit zu teilen, 1*30 bis 1*50 m von Sparrenmitte zu Sparrenmitte gemessen. Die bei der Konstruktion verwendeten Verbände sind: für die Sparren der Scherzapfen, für die Auflagerung auf der Mauerpfette der schiefe Zapfen, für die Säulen der gerade Zapfen, für Kehlbalken, Kopfbänder, Hängesäulen aber das gerade oder schwalbenschwanzförmige Blatt, für die Schwelle mit dem Tram das Blatt. Die angegebenen Verbände sind fast ausnahmslos durch Nägel aus Hartholz gesichert. Bei dem Dachstuhl der Synagoge in Gwozdziecz findet man Stemmzeichen an den einzelnen Balken, was beweist, daß der Dachstuhl am Bundplatze abgebunden wurde. Bezüglich der Konstruktionen des Dachwerkes ist es unmöglich, eine genaue Datierung der im Vorhergehenden beschriebenen konstruktiven Ausgestaltung zu geben, da dieselben zu allen Zeiten verwendet wurden. Das zwei- und mehrgeschossige Dach muß als polnisches Doppel-, nicht als Mansarddach angesprochen werden, weil diese Dachform in Polen schon im 13. Jahrhundert, also lange vor dem französischen Mansarddach, üblich war. 7. Gesimse. 13er Vorsprung des Daches ist nur bei den Frauenabteilungen, wo er etwa 20 bis 30 cm beträgt, ohne architektonische Ausgestaltung geblieben. Bei dem weitausladenden Dachvorsprung des Männerbetraumes wird die Untersicht des Daches so verschalt, daß ein horizon-