Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 227 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 227 )Es bleiben noch jene Öffnungen zu erörtern, die zwischen der Männer- und Frauenabteilung angeordnet sind und es den Frauen ermöglichen, der gottesdienstlichen Handlung zu folgen, ohne selbst gesehen zu werden. Da ist vor allem das kreisrunde Fenster zu erwähnen, das konstruktiv in derselben Weise hergestellt ist wie die übrigen Fenster und welches überall dort Verwendung findet, wo eine Frauenabteilung im ersten Stock angeordnet ist. Bei den Frauenabteilungen, welche im Parterre, aber gelegentlich auch bei jenen, die im ersten Stock angeordnet sind, werden Schlitze in der Wand gegen die Männerabteiiung angebracht, welche bei einer Höhe von 10 bis 15 cm eine Länge von 1 bis 2 m erhalten und derart hergestellt sind, daß Ausnehmungen aus der Blockwand gemacht werden. Bei den etwa 15 cm breiten Schlitzen sind gedrechselte, reich profilierte Baluster aus Holz eingesetzt. Als Abschluß nach oben hin wird dem Gebäude ein Dach gegeben, dessen Gestaltung von wesentlichem Einfluß auf die Erscheinung des ganzen Baues ist. Im allgemeinen ist zu bemerken, daß zum Überdecken des Männerbetraumes ein steiles hohes Dach verwendet wurde, um ihn auch nach außen als Hauptmann zu kennzeichnen. Es wurde entweder als einfaches Sattel- oder aber als polnisches Doppel- und Zeltdach ausgebildet. Die Parterrebauten sind gewöhnlich mit einem Pultdach gedeckt. Die Eckpavillons wurden, wie in der Synagoge von Wolpa, durch Zeltdächer oder durch steile Satteldächer (Synagoge in Zabludow) ibetont. Die Doppeldächer, zw^ei- oder gar dreiteilig, zeigen Dachflächen, die oft untereinander nahezu parallel sind. Die Schmalseite des Gebäudes ist abgewalzt, das oberste Geschoß der Mansarde durch einen Vorstoß geschlossen, der aber so schmal ist, daß die Giebelfläche noch architektonisch ausgestaltet werden muß, — eine Lösung, wie man ihr bei den hölzernen Kirchenbauten Polens, zum Beispiel in Malatow, bei zahlreichen Bauernhöfen im Lande, aber auch bei Holzkirchen und Bauernhäusern in Ostpreußen des öfteren begegnet, die also unstreitig eine landesübliche ist. Die schon abgetragene, aber in Abbildungen erhaltene Synagoge in Wysokie-mazowiecki hatte ein dreischossiges Zeltdach über dem Männerbetraum, ein zweiteiliges über den Eckbauten, die Unterbrechung der Dachflächen war, wie bei allen Doppeldächern, durch ein Holzgesimse gebildet. Der First erhielt, um eine dichte Deckung zu ermöglichen, eine Firstbekrönung. 6. D ä c h e r.