Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 226 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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226 MENORAH zu tun haben. Bei den Ständerwänden hingegen sind, wie in den übrigen Ländern, die Ständer durchlaufend und Sturz- und Brustriegel mit diesen durch einen geraden Zapfen verbunden. Der Sturzriegel ist nach der Fensteröffnung zu, nicht immer geradlinig, abgeschlossen; sehr häufig ist er segmentförmig oder nach einer gebrochenen Linie ausgeschnitten. Aber nicht nur das einfache Fenster ist bei den Synagogen in Verwendung, sondern noch viel häufiger das gekuppelte Fenster, welches dadurch entsteht, daß in dem Rahmen eine Mittelsäule schwalbenschwanzförmig ausgeplattet wird. Dieses Motiv ist den Steinsynagogen entlehnt, die gewöhnlich Fensteröffnungen mit eingestellter Mittelsäule zeigen. In die Fensteröffnungen sind im Falz Flolzrahmen eingesetzt, die aber nicht zum Öffnen eingerichtet waren; ja bei einigen, wie bei der Synagoge in Zydaczow, finden wir an die äußere Fensterlaibung ausgeschnittene Bretter angenagelt, wodurch eine Betonung der Fensteröffnung erzielt wird. Aber nicht nur bei den Synagogen finden wir die Fensterlaibung in dieser Art ausgebildet, sondern auch bei den ruthenischen Holzkirchen in Galizien (zum Beispiel in Chodorow). Als Verglasung war wohl ursprünglich Bleiverglasung, wie wir sie noch in Chyrow finden, gang und gäbe, doch ist heute in den Synagogen diese alte Verglasung meist nicht mehr erhalten. Bei den Türen ist die obere und seitliche Begrenzung dieselbe, nur sind die Ständer mit der Schwelle des Gebäudes verzapft. Für die Türen wird der gerade Sturz verwendet, ausnahmsweise findet man, wie in der Synagoge von Gwozdziecz, durch Einfügen von Knaggen einen segmentförmigen Sturz hergestellt oder aber einen polygonalen Tür stürz, der durch Zusammenarbeiten der Hölzer in der Gehrung entsteht. Die Ständer und Sturzriegel sind gewöhnlich 30 bis 40 cm breit, bei einer Stärke, die der Wandstärke so angepaßt ist, daß sie 2 bis 3 cm über die Blockwände vorspringen. Die seitlichen Türpfosten und der Sturz sind oft mit einfachen Stabprofilen an den Kanten geschmückt, während bei der Synagoge in Gwozdziecz die äußere Eingangstür Hohlkehlen, die mit Wülsten abwechseln, sowie Kerbmotive aufweist. In der Synagoge von Chodorow sind Sturz und Ständer der Eingangstüre in Flachschnitt reich verziert. Die inneren Eingangstüren von Gwozdziecz und Brzdowoze zeichnen sich durch reiche Polychromierung der Pfosten aus. Die Türen sind ein- oder zweiflügelig verleimte Brettertüren mit Tragleisten, manchmal ist auch die zur Männerabteilung führende Türe mit reicher Polychromierung bedacht worden.