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Menorah · 1932-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1932) · p. Seite 225

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1932)
Article
Holzsynagogen in Polen
Date
1932-05-01
Page
Seite 225 (sequence 5)
Language
German
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HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 225 Ist die Frauenabteilung als Stockwerksaufbau über der Vorhalle ausgeführt, so ist eine Ständer wand für das Erdgeschoß errichtet, auf deren Kopfriegel trotz der Auflagerung der Deckenträme die Schwelle der ersten Stock-Riegelwand in ihrer ganzen Lange aufliegt. Die Fugen werden wie bei Wohnhausbauten gedichtet; eine Ausnahme bildet der Winterbetraum, bei welchem die Wände innen mit Mörtel beworfen .sind. Um die Wände gegen Witterungseinflüsse zu schützen, sind sie mit Schindeln oder Brettern verkleidet. Die Bretterverschalung ist senkrecht an die Wände mit Holznägeln genagelt, wie wir es an slawischen Kirchen und russischen Holzhäusern finden. Die Yerschindelung wird auf Latten, die an der Wand befestigt sind, genagelt, wobei durch abwechselnde Verwendung von Spitz- und gewöhnlichen Schindeln eine Belebung der Wandtlächen erzielt wird. Die Frage, welche der beiden Verkleidungsarten wohl die ältere sei, läßt sich nicht beantworten, da man zur selben Zeit sowohl Bretter wie auch Schindeln verwendet. Außerdem ist noch der Umstand zu erwähnen, daß viele Synagogen bis heute ohne äußerer Wandverkleidung geblieben sind32), andere aber erst, als die Bohlen schadhaft geworden waren und der Weiterbestand des Baues gefährdet erschien, verkleidet wurden. Eine Untersuchung, welche Verkleidungsart in Polen im allgemeinen die frühere war, konnte deshalb nicht versucht wrerden, weil die einschlägige Literatur hier noch viel zu ungenau ist. J_Jie großen WaiidöiTnungen entstehen aus einer Verbindung von lotrechten Ständern mit Sturz- und Brustriegeln. Bei den Fenstern, die in der Blockwand angeordnet sind, ist ein Rahmen eingebaut, der in der Gehrung durch einen Gehrungszapfen zusammengearbeitet und durch einen Holznagel verbunden ist — eine Art der Fensterbildung, wie wir ihr bei den Holzbauten Rußlands und Polens begegnen33), die sich aber von der in Ostpreußen, Schlesien, Ungarn und Norwegen dadurch wohl unterscheidet, daß in den genannten Ländern Sturz- und Brustriegel aus durchlaufenden Balken gebildet werden, an welchen die Ständer mit einem geraden Zapfen angearbeitet sind. Aus dem Gesagten erhellt, daß wir es hier mit einer polnisch-russischen Baugepflogenheit ff2) Vergl. die Holzsynagoge in Kumik in der ehem. prenß. Provinz Posen. Mitt. z. ,]üd. Volkskunde, III., S. 67 ü. »*) Vergl. C. GarlUt, Beitr. z. Bauwiseensch., Heft 2, S. 25, Fig. 93. 4. Schutz der Wand. 5. Wandöffnungen.

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