Mannheim
Compact Memory

Menorah · 1932-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1932) · p. Seite 224

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1932)
Article
Holzsynagogen in Polen
Date
1932-05-01
Page
Seite 224 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2912821-2912916-2912920-2928178--11351-2928319
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

224 ME N O RAH schwächt zu werden brauchen. Müssen die Balken gestoßen werden, so begnügt man sich, sie stumpf aufeinander treffen zu lassen, sie dann mit der oberen und unteren Balkenlage durch Dübel zu verbinden und außerdem den Stoß in den einzelnen Lagen zu wechseln. Bei den für den Holzbau schon bedeutenden Abmessungen des Männerbetraumes (siehe Chodorow: 12 m) genügt das Verdübeln der Balken untereinander nicht mehr, da die Wand hiedurch keine genügende Standfestigkeit erhalten und bei der bedeutenden Hohe der Wände sich ausbiegen würde. Aus diesem Grunde sind zu beiden Seiten der Wand Balken von etwa 15 cm Querschnitt angeordnet. Diese werden entweder wie in Peczenizyn durch starke Holznägel mit derbem Kopf, Holzkeil und Unterlagsscheibe verspannt oder wie in Jablonow durch geschmiedete Eisenbolzen, die ebenfalls in der soeben besprochenen Art ausgeführt sind. Als Eckverband ist manchmal die Überplattung verwendet, obwohl sie den unvollkommensten Verband bildet, da sich bei ihrer Anwendung ganze Balkenreihen verschieben können. Doch findet man bei den Synagogen in Gwrozdziecz, Kamionka, Jedwabne die Verzinkung mit Vorstößen als Eckverband benützt. 3. Die S t ä n d e r w a ii d. Die Ständerwand besteht aus einem mit Bohlen oder Balken ausgefüllten Gerippe. Das Gerippe wird aus dem Ständer, den Schwellern, Riegeln und Kopfstreben gebildet. Bei den Synagogenbauten wird für das Gerippe gewöhnlich kantig behauenes Eichenholz verwendet; Schweller und Ständer sind sehr stark gehalten, oft 20/30 cm im Querschnitt. An den Ecken sind die Schwellen überplattet, teils mit, teils ohne Vorstoß; zum Stoß wird gewöhnlich das schiefe Blatt verwendet. Säulen und Riegel sind untereinander und mit der Schwelle durch Verzapfung verbunden. Zur Versteifung des Gerippes sind Kopfstreben, die an den Füllhölzern anliegen, angeordnet. Diese Streben werden an der Säule und am Kopfriegel schwalbenschwanzförmig angeplattet und durch Nägel aus hartem Holz befestigt; die Köpfe der Nägel ragen einige Zentimeter über die Holzflucht hervor. Die Ständer sind mit etwa 4 bis 6 cm breiten Nuten versehen, um die Füllhölzer, die in horizontaler Lage eingefügt werden, einschieben zu können; da jedoch die Füllhölzer gewöhnlich stärker sind, wird an diese eine Feder angearbeitet. Die Verwendung der Ständerwände beschränkt sich in den Synagogenbauten nur auf Vorraum, Winterbetraum und Frauenabteilung.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.