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Menorah · 1932-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1932) · p. Seite 222

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1932)
Article
Holzsynagogen in Polen
Date
1932-05-01
Page
Seite 222 (sequence 2)
Language
German
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222 MENORAH in dieser Gegend das Vorbild — die aus Holz gezimmerten Herrensitze — Eckpavillons erhalten haben. Als Dach wird, einige Bauten ausgenommen, durchwegs das steile polnische Doppeldach angewendet; den Uber gang zwischen Dach und Wand vermittelt ein Gesimse, das bei den ältesten erhaltenen Bauten aus einer großen, weit ausladenden Hohlkehle gebildet wird, die durch Profilleisten abgeschlossen erscheint. In den Jahren von 1760 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts erfährt aber die Ausbildung des Hauptgesimses eine wesentliche Bereicherung, indem zwischen Gesimse und Dach ein breiter Fries eingeschaltet wird. (Vertikale Flächen, wie das Giebeldreieck oder der Fries, werden sowohl bei den ältesten als auch bei den jüngsten Bauten mit einer Verschalung aus verschieden gemaserten Brettern versehen. Zur Beleuchtung des Mäntierbetraumes sind fast ausnahmslos die gekuppelten Fenster, eine Reminiszenz an die Steinsynagogen des Mittelalters, bestimmt. Während die Fenster der Synagogen im ehemaligen Russisch-Polen gewöhnlich einen segmentförmigen Sturz erhielten, zeigen die heute in Kleinpolen bekannten Synagogenbauten, Felstyn ausgenommen, geradlinige Fensterstürze; es scheint demnach im südlichen Polen der gerade, im mittleren und nördlichen Polen der segmentförmig ausgeschnittene Fenstersturz bei den hölzernen Synagogenbauten vorgeherrscht zu haben. Die dekorativen Details des äußeren Aufbaues tragen immer die Merkmale jener Epoche, in der sie entstanden sind. In konstruktiver Beziehung sehen wir zu allen Zeiten für die Männerabteilung den Blockbau, für den Frauenbetraum den Ständerbau verwendet. In der Männersynagoge werden sowohl Kuppel- und Tonnengewölbe als auch Flachdecke und offener Dachstuhl als Decken gebraucht. Auch hier ist die Untersuchung bezüglich des Alters erfolglos, da ja alle Arten der Deckenbildung gleichzeitig vorkommen. lVJLan hat zwei Arten der Wandbildung zu unterscheiden: die Block- und die Ständerwand. Bei jener besteht die Wand aus horizontal übereinander gelegten Balken, die miteinander verdübelt sind, bei dieser aus einem System Konstruktiver Auf hau A. Äußerer Aufhau

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