Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-05-01
- Page
- 221 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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HOLZSYNAGOGEN IN POLEN Herausgegeben von Alois Brey er, Max Eisler und Max Grunwald Verhältnis der hölzernen Synagogenbauten Polens zu den steinernen Europas Ein Vergleich der gegebenen Grundriß typen der hölzernen Synagogen Polens mit jenen der Stein Synagogen Europas fördert kaum einen Unterschied zu Tage. Der Grund hiefür ist darin zu suchen, daß einerseits die Juden viel zu konservativ waren, um grundlegende Änderungen durchzuführen, andererseits das Holz durch seine große Verwendbarkeit es ermöglichte, die alte Grundrißlösung auch für diese Bauten zur Anwendung zu bringen. Soweit aus den auf uns überkommenen Holzsynagogen geschlossen werden kann, dürfte die im Mittelalter so oft verwendete Lösung, die Männersynagoge zweischiff ig anzulegen, nie im Holzbau zur Ausführung gelangt sein. Die einzige Erklärung hiefür muß darin zu suchen sein, daß es mit Holz möglich ist, große Spannweiten ohne Mittelstiitze zu überbrücken, weshalb auch schon im 16. Jahrhundert der einschiffige Männerbetraum (bei bedeutender Spannweite) bei den Holzsynagogen Anwendung fand. Auch bezüglich des äußeren Aufbaues folgt der Holzbau oft im Prinzip dem Steinbau. Ein Vergleich der Alt-Neusynagoge in Prag mit der hölzernen Synagoge in Suchowoli oder Chodorow weist viele Ähnlichkeiten auf. In beiden Fällen ist die Männersynagoge als der wich tigste Raum durch sein hohes Dach betont, während der Frauenbetraum und die Vorhalle als Nebenräume in schmalen, den Hauptraum begleitende Zubauten ausgebildet sind. Vergleich der einzelnen Tyfien des hölzernen Synagogenhaues in Polen Eine Untersuchung bezüglich des Alters der einzelnen Grundrißtypen führt zu einem negativen Resultat, da man auf Grund der heute bekannten Bauwerke annehmen muß, daß die einzelnen Typen gleichzeitig Verwendung fanden. Die Wahl der Grundrißlösung dürfte also nur von der Größe und Wohlhabenheit der Gemeinde abhängig gewesen sein. Jene Gruppe von Bauwerken, welche aus der Männersynagoge und einer im Stockwerk über der Vorhalle angelegten Frauen - synagoge bestehen, geben das Vorbild für die kleineren Synagogenbauten vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Eckpavillons in der Vorder front sind nur bei Synagogenbauten östlich der Weichsel anzutreffen. Begründet ist das örtliche Auftreten dieser Bauweise dadurch, daß nur