Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Zwischen den Fronten
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 156 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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156 MENORAH beschämende Spitznamen. Ferner war es auch bekannt, daß es unter den deutschen und türkischen Befehlshabern keine Eintracht gab. Da fragte sich sowohl die jüdische als auch die arabische Bevölkerung: ..Wann werden die Engländer kommen?54 Alle erhöhten das ..Ende \ Und in diesem Zustand erstarkte die Kundschaf terableilung. die der seelige Aronson organisiert hatte. Es gelang ihm durch eine List, das Land zu verlassen und sich den englischen Truppen in Ägypten anzuschließen. Dieser Kundschaf kTabteilung war es, wie man nun weit», geglückt, eine beständige Verbindung zwischen Paliistina und Ägypten aufrechtzuerhalten. Sie wagten es auch, durch die vordersten Linien hindurchzukommen, und zahlreiche Beduinen waren ihre Helfershelfer. Was auch immer sie versuchten, mit dem Evakuierimgskomiiee in Verbindung zu treten, ging fehl. Wir waren vorsichtig und tatsächlich auch loyal der türkischen Regierung gegenüber auch dann, als wir wußten, daß der Zusammenbruch unzweifelhaft und sehr nahe sei. Es war klar, daß die deutschen und türkischen Offiziere die Empfindung haben mußten, daß tüchtige Kundschafter im Lande am Werke seien, und den Mißerfolg der Suez-Expedition schrieben sie einzig der organisierten Auskundschaflung einheimischer Spione zu, die die Engländer mit genauer Sachkenntnis auf sichere Fährten geführt hallen. Und wer anders konnte es sein als die .luden, die (iesinnungsgenossen Aronsons. der Djemai Pascha irregeführt und verraten halte? Auch die jüdische Legion, die von Ägypten nach (iallipoli abmarschiert war. be wies, daß die Juden im allgemeinen ententefreuntllich waren; und so wurde die jüdische Siedlung überhaupt spionageverdächlig. Diesmal gründete sich ja der Verdacht auf Tatsachen. Man begann die Spuren in den jüdischen Kolonien zu verfolgen und fahndete besonders nach Lischtsehansky. der einer der Anführer gewesen sein soll. ■(»erade damals verdichteten sich im Lande (lerüchle, daß der entscheidende AngrilV der Engländer in kurzer Zeit auf der ganzen Süd front einsetzen und das langersehnte ..Ende"4 kommen würde. Nun begannen viele aus Tel-Aviv evakuierte Einwohner aus ihren Konzentrationslagern im Xorden, nach C h e d e r a und D j i 1 d j i 1 i a, besonders aber nach K f a r S a b a zurückzuströmen, um nach der englischen Ol fensive, die vom Süden aufgenommen worden war, rascher nach ihrer Heimatstadt Tel-Aviv gelangen zu können. Und diese Abwanderung angesichts des tobenden Kampfes hatte den Verdacht gegen die Juden noch mehr verstärkt.