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Menorah · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 155

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Zwischen den Fronten
Date
1932-03-01
Page
Seite 155 (sequence 13)
Language
German
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ZWISCHEN DEN FRONTEN 155 Die Regierung forderte, daü auch die Einwohner dieser Kolonie nach Norden ziehen, außer den Besitzern von Obst- und Weingärten, die die Kulturen schützen sollten. Aber es gab nur wenige, die solche besaßen, die Mehrzahl der Einwohner bestand aus Handwerkern. Arbeitern. GeschäHsleuten und Fuhrwerkern, die, falls sie in ihrer Kolonie4 blieben, sich zur Not durchschlagen konnten. Der Einwohnerschaft bemächtigte sich größte Verwirrung. Aber es fand sich bald ein Rat. Die Landwirte von Petach-Tikwah besaßen noch keine registrierten Besitztitel, ihr Landbesitz war bloß in dem von der Kolonie geführten Grundbuch verzeichnet. End was taten sie? Sie teilten den Landbesitz, der Kolonie nach der Zahl ihrer Einwohner auf und erhielten eine von der Bodenkommission bescheinigte Bestätigung über ihrem Landbesitz, so daß alle bleiben durften. Aber es gab noch viele Hunderte von Evakuierten, und die Behörden drängten, sie nach den Norden abzuschieben, sonst würden sie von der Regierung nach G h a 1 e b und C h u m s und anderen entlegenen Orlen außerhalb des jüdischen Siedlimgsrayons verschickt werden. Nun schritt das Evaluiierungskomitee an seine Aufgabe: wir schollen die Unglücklichen täglich mit Wagen nach K f a r - S a b a. S i c hr o n - .1 a a k o b und Haifa ab. von dort mit der Eisenbahn über L u d d und R o s c h - a 1 - A j i n nach Z e m a c h und von dort nach 'Liberias und in die Kolonien von Galiläa. Im Laufe von drei Wochen wurden durch das Evakuierungskomilee Hunderte von Familien. Tausende von Männern, Frauen und Kindern abgeschoben. Wahrlich, ein Übermaß an Geduld und an gegenseitiger Hilfe hatte ich damals bei unseren Brüdern wahrgenommen und ich lernte die Großmut unseres Volkes kennen. sehen Zeitungen Glauben schenken wollten, daß der Endsieg des Dreibunds gewiß, oder daß es Djenial Pascha gelungen sei. den Suezkanal zu umzingeln, so mußten sie angesichts der zurückströmenden ..siegreichen"' Heeresleile jede Holfnung aufgeben. End alle, die ein nahes „Ende" herbeisehnten, wußten, daß dieses das Ende des türkischen Meiches bedeuten würde, und daß auch die deutschen Befehlshaber dieses Ende nicht würden aufhalten können. Verhungerte und zermürbte, nackte und verzweifelte Truppen — was konnten noch so gute OHiziere mit einem solchen Heere anfangen? Auch die deutschen Soldaten spotteten über ihre türkischen Verbündeten und gaben ihnen auch öil'entlich

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