Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Zwischen den Fronten
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 157 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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ZWISCHEN DEN FRONTEN 157 Die Führer des Jischuw wurden ausnahmslos des Hochverrats verdächtigt. Auch ich fühlte mich von mißtrauischen Blicken beobachtet, sooft ich l>el den Behörden zu tun hatte. Ich arbeitetedamals in Haifa, im Büro des von mir gegründeten Evakuieriingskomilees. Und der Kaimakam von Haifa, ein ,.Jungtürke'', der in Paris studiert hallo, begann mich mit besonderer Liebenswürdigkeit zu empfangen. Im Gespräch stellte er mir verschiedene Fragen, bewies reges Interesse für meine Anschauungen und ersuchte mich, ihm meine Antworten, die ein näheres Eingehen verdienten, schriftlich einzuhändigen . . . Ich überlegte und faßte den Entschluß, diesen ..Freund" so bald wie möglich abzuschütteln. Ich mußte gerade nach Damaskus, zu Djemai Pascha, der aus Berlin zurückerwartet wurde. (Er wurde damals nach Berlin zwecks Aussöhnung mit der deutschen Heeresleitung berufen und dort mit vielen Orden ausgezeichnet . . J So fragte mich auch der Kaimakam, ob ich Sara Aronson und Eischtschansky kenne. Ich erwiderte, sie seien mir ebenso wie fast alle Juden Palästinas bekannt, sie befänden sich aber selbstverständlich nicht in meiner Evakuierlenliste. da sie nicht aus JalVa und Tel-Aviv seien. End am seihon Abend verließ ich Haifa und kam nach Sichrou- Jaakoh. Dort traf ich Herrn Arison. der Offizier beim türkischen Ileere war, und als ich sagte, ich sei auf dem Wege nach Damaskus, vorhalf er mir, noch am selben Abend Weiterreisen zu können. Etwa zwei Stunden nach meiner Abreise, kamen Gendarmen nach Sichron-Jaakob. um mich über Auftrag des Kaimakams als Freund Eischlschanskys zu verhalten. Und wer weiß, wie sich die Ereignisse gestaltet hätten, wenn ich mich in jener Nacht im Bezirke von Haifa aufgehalten hätte. Denn als ich in Damaskus eintraf, erreichte mich die Kunde, daß die Zentrale der Kuiidschaftsnbleihing in der Versuchsstation A I 1 i t (eine landwirtschaftliche Versuchsstation, die seinerzeit von A. Aronson geleilet worden war), ausgehoben, über Sichron-Jaakob und Chedera der Belagerungszustand verhängt, ferner daß viele Verdächtige verhaftet und einem inquisitorischen Verhör unterworfen wurden. Damals spielten sich die grausamen Marterungen ab. die an Aronsons Schwester Sara und ihrem greisen Vater vorgenommen wurden. Es kamen fürchterliche Tage, wie sie der gequälte Jischuw noch nicht erleb l: halle - Tage grausamster Hache.