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Menorah · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 154

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Zwischen den Fronten
Date
1932-03-01
Page
Seite 154 (sequence 12)
Language
German
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154 MENORAH Ich war gefaßt und machte mich, soweit das eben möglich war, mit kühler Überlegung im Verein mit meinen Freunden an die Erfüllung dieser Aufgabe. Es wurde ein Emigrationskomitee eingesetzt, und wir organisierten den Massenauszug aus Tel-Aviv und Jaffa. Diesen Auszug zu schildern, ist meine Feder zu schwach. Ich will bloß die Orte unserer Zerstreuung kurz anführen. Außer einigen Wenigen, die in den Kolonien Judäas (in Chcdera, Ekron, Rechoboth) und in Jerusalem unterkommen konnten, lenkten wir den Aiiswaiideningsslroin absichtlich nach Norden, und die erste Station sollte das nahe Petach- Tikwah sein. Aber wTie sollte man diesen ganzen Troß mit den Greisen, Frauen und Kindern überführen? Wir wandten uns durch den seligen Herrn Brühl, dem Bevollmächtigten der Ica. an Djemal Pascha, und seine Antw ort lautete: ,,Sie können zu Fuß gehen'' — und mit grausamem Zynismus zeigte der Oberbefehlshaber mit Körperbewegungen, wie die Vertriebenen, die Bündel auf dem Rücken, den Stab in der Hand, sich dahinschleppen würden. Nun sandten wir einen speziellen Bolen nach den Kolonien von ,hidäa und erbaten ihre Hilfe, die auch sofort eintraf. Es kamen zahlreich',' Fuhrwerke, deren Besitzer und Kutscher sich zum größten Teil unentgeltlich in den Dienst des Emigratioiiskomitees stellten. Wir setzten fest: das Gymnasium mit seinen Schülern sollte nach S c h e f i a, die Yemeniten nach Sich r o n - .1 a a k o b, die Handwerker in die Umgebung von J e m a ziehen. Die Lehrerschaft und einige andere konzentrierten sich in K f a r - S a b a. T i b e r i a s u n d Hai f a bildeten die beiden Zentren. Die erste Station war, wie gesagt, Pehieh-Tikwah. Das Er nährungskomitee verteilte an alle Evakuierten Mazzoth. und alle strömten nach Petach-Tikwah. um dort das Pessachfesl. das Fest der Befreiung, zu ,,feiern'*. Am Vorabend des Pessaeh war Tel-Aviv bereits ganz leer. Auch der Oberrabbiner Rabbi Ben-Zion Usiel. dem die Erlaubnis erteilt wurde, nach Jerusalem zu übersiedeln, zog es vor, seiner Gemeinde zu folgen. So wurde Pelach-Tikwah zum Zentrum der Evakuierten: Die Kolonialbank hatte für ihre zeitweilige Tätigkeit eine Filiale eröifneL und alle Arbeitskomitees vereinigten sich unter dem genieinsamen Namen: Evakuierungskomitee. Und Petach-Tikwah war voll von Menschen und Vieh. Es wurde zur Zufluchtsstätte aller Bedrückten und Beladenen und darum auch ein den Behörden verdächtiger Winkel. Nun sollte auch Petach-Tikwah geräumt werden.

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