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Menorah · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 147

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Zwischen den Fronten
Date
1932-03-01
Page
Seite 147 (sequence 5)
Language
German
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ZWISCHEN DEN FRONTEN 147 seid bestrebt, Palästina vom Ottomanisehen Reiche loszutrennen und ein selbständiges jüdisches Reich unter dem Schutze einer feindlichen Großmacht zu begründen. Das werde ich nicht dulden! Ich werde Euch hinausjagen, alle von hier hinausjagen und Euch mit Stumpf und Stiel ausrotten!4' Da erhob sich Antebbi erregt und entgegnete standhaft: .,Als türkischer Rürger und als Enkel in der Türkei eingesessener Ahnen, als Nachkomme eines Großvaters, der während des Aufstandes in Damaskus gefallen und dessen Gebeine hier auf dem Ülberg in Jerusalem begraben liegen, protestiere ich gegen die Beschuldigung, als hätte ich mich mit Verbrechern und A\ufrührern verbunden, um feindliche Aktionen gegen das türkische Reich zu unternehmen! Wir sind rechtschaffene Leute 1 Ja, rechtschaffen, Euere Exzellenz! Auch meine Freunde, die sich vor kurzem naturalisierten, werden nach ihrer Einbürgerung keinen Verrat begehen an ihrem neuen Vaterland! Wir haben alle noch die Wohltaten in Erinnerung, die die Türkei unseren aus Spanien vertriebenen Vorfahren hat angedeihen lassen — und seit jeher schlägt unser Herz für die Türkei." „Und Euer Zionismus — beabsichtigt er denn nicht in Palästina ein jüdisches Reich aufzurichten?" ,,Nein, Exzellenz! Der Zionismus kämpft in der Hauptsache gegen die Assimilation und strebt die Befestigung der jüdischen Kultur an; wir wollen unsere Sprache neu beleben und entwickeln, die Tradition unseres Glaubens und unserer Kultur in unserem heiligen Lande fortsetzen und damit zum Ackerbau zurückkehren wie zu Zeiten unserer Ahnen. Wir wollen das Land, unser historisches Vaterland wiederaufbauen, verjüngen und es für unsere Kinder, für die kommenden Generationen zu einem wahren Vaterlande ausgestalten, zu einem Vaterland unter türkischer Flagge! . . Als Djemal Pascha das hörte, beruhigte er sich und sagte: „Wenn dem so ist, wozu tummelt Ihr Euch unter ausländischen Politikern, unter Herzl und seinem Anhang? Ich werde Euch staatliche Ländereien zwecks Gründung von Kolonien bereitstellen, werde sogar die vollste religiöse und kulturelle Autonomie befürworten und Euch dazu verhelfen, das zionistische Ideal unter dem Schutze der Türkei zu verwirklichen! ..." Antebbi gewann bald die Fassung wieder, um scherzend zu erwidern: ,,Ich werde somit Euere Exzellenz zum Präsidenten dieser zionistischen Organisation vorschlagen und mich als den treuen Sekretär! . . ."

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