Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Zwischen den Fronten
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 146 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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146 ME N O RAH Djemai Pascha zu entsenden, um ihn darüber zu befragen. Und darüber hinaus, wenn sich der Augenblick günstig erweisen sollte, zu versuchen, ob dieser Befehl nicht rückgängig gemacht werden könnte. Wir setzten ein Schreiben in türkischer Sprache auf, das wir mit der Bitte um eine Audienz für zwei Delegierte, den gottseligen Antebbi und den Schreiber dieser Zeilen, an den Oberbefehlshaber sandten. Es traf die Antwort ein, seine Exzellenz Djemai Pascha wolle nur einen Delegierten empfangen, und dieser habe noch am selben Abend zu erscheinen. Wer von beiden diese Aufgabe auf sich nehmen sollte, wollten wir nicht entscheiden, aber alle unsere Leidensgenossen baten, daß wir beide, Antebbi und ich, hingehen und erst an Ort und Stelle die Entscheidung darüber treffen sollten, wer bei Djemai Pascha zu erscheinen habe. Es nahte der Augenblick der Audienz und wir verhandelten noch miteinander, wer sich melden sollte. Antebbi meinte, daß ich, als der eigentliche Bevollmächtigte der jüdischen Siedlung, vor den Oberbefehlshaber treten müßte, ich aber fand, daß ich als geborener russischer Untertan, der erst in jüngster Zeit die türkische Staatsbürgerschaft erlangt, das Vertrauen des Oberbefehlshabers nur schwer gewinnen könnte, während Antebbi» dessen Vorfahren schon türkische Staatsbürger waren, sich besser für diese delikate Mission eignen würde. Ich beharrte auf meinem Standpunkt und drang in Antebbi, sich zu melden. Ich selbst würde im Nebenzimmer warten und er könnte sich gegebenenfalls mit mir beraten. Und so war es auch. Antebbi trat ins Audienzzimmer, und ich blieb im Nebenzimmer zurück, wo auch Beha-al-Din wartete. Ein Gespräch an zwei Fronten wickelte sich gleichzeitig ab, zwischen Djemai Pascha und Antebbi in dem einen und zwischen mir und Beha-al-Din in dem anderen Zimmer. Und die Unterredung, die drinnen und draußen geführt wurde, war nicht kurz, sie dauerte an die vier Stunden. Beha-al-Din wurde zeitweise zu Djemai Pascha gerufen, um ihm Aufschlüsse zu geben; währenddessen kam Antebbi zu mir. Diese Unterhandlungen brachten schließlich grundlegende Änderungen! Sie schufen beinahe ein loyales Verhältnis zwischen dem Jischuw und dem Oberbefehlshaber für lange Zeit hinaus. Es verlohnt sich, wenn auch in aller Kürze, die Hauptpunkte dieser Audienz aufzuzeichnen. Djemai Pascha empfing Antebbi zornig und sagte: ,,Ihr Zionisten