Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 127 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 127 Vertreter dieser Gruppe von Bauwerken sind die Synagogen in Chyrow, Zydaczow, Lutomiersk, Peczenyzin, Konski, Bogoli, Felstyn. 3. Die Frauenbeträume liegen sowohl in gleichem Niveau mit der Männersynagoge als auch in einem Stockwerk über der Vorhalle. Demnach entsteht dieser Typ aus einer Verschmelzung der beiden vorher erwähnten Anlageformen. Es dürften diese Anlagen auch oft darauf zurückzuführen sein, daß ursprünglich die Synagoge nur eine Frauenabteilung im Stockwerk über der Vorhalle erhielt; erst als die Gemeinde so groß war, daß mit dieser allein das Auslangen nicht mehr gefunden wurde, sind dann die Frauenabteilungen im Erdgeschoß hinzugebaut worden. Ein Beispiel hiefür ist die Synagoge in Zabludow, da bei diesem Baue die Frauenabteilungen im Parterre ungleich breit sind, so daß schon Bersolm darauf hinweisen konnte, daß sie zu verschiedenen Zeiten entstanden sein müssen. Die eben besprochene Anlage zeigen die Synagogen in Predeborz, Chodorow, Pohrebyscze, Nasiels, Zabludow, Jablonow, Kamionka, Sniadow, Jedwabne, Jurborg, Grodno, Brzozdowce, Uzlanach, Kossowie, Jeziora. b) Bezüglich des Querschnittes lassen sich die Synagogenbauten Polens in zwei Hauptgruppen einteilen. 1. Der Männerbetraum ist ohne Decke geblieben, so daß das Dachgespärre sichtbar wird. Diese Ausgestaltung zeigen die Synagogen in Jablonow und Peczenyzin. 2. Der Männerbetraum ist durch eine Flachdecke, durch ein hölzernes Scheingewölbe oder aber durch eine hölzerne Kuppel überdeckt. Diese Gruppe von Bauwerken muß aber in mehrere Unterabteilungen gegliedert werden: I. Der Männerbetraum ist einschiffig, also als Saal behandelt, wie zum Beispiel die Synagogen in Chodorow, Gwozdziec, Zabludow, Brzozdowce, Felstyn, Bogoli. II. Die Männersynagoge ist dreischiffig, mit einem breiten Mittel - schiiT und zwei schmalen Seitenschiffen. Als Stützen sind Säulen oder Ständer verwendet. Die Beleuchtung des Mittelschiffes geschieht an den Langseiten nur vermittels der Fenster des Seitenschiffes. Diese Type ist die seltenste; ihr begegnet man. soweit uns bekannt ist, nur in den Synagogen von Pohrebyscze und Lutomiersk. III. Die Einwölbung des Männerbetraumes stützt sich gegen vier in der Mitte des Männerbetraumes angeordnete kräftige Ständer ab; von dieser Anordnung ist uns nur die Synagoge in Wolpa bekannt.