Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 128 (sequence 16)
- Language
- German
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128 M E N O R A H c) Nun erübrigt noch, die Einteilung der Synagogenbauten auf Grund des äußeren Aufbaues vorzunehmen. Betrachtet man den Synagogenbau bezüglich der äußeren Gestaltung, dann kann man folgende Typen unterscheiden: 1. Alle Räume des Baues sind unter ein Dach gebracht, wodurch man einen einzigen Baublock erhielt, dessen Ansicht nur durch das Doppeldach belebt wird. Es ist dies wohl die einfachste Form; ob sie die ursprüngliche ist, kann heute nicht mehr festgestellt werden. Dieser Gruppe gehören an die Synagogen in Zydaczow, Lutomiersk, Peczenyzin, Bogoli, Felstyn und zahlreiche Synagogenbauten Polens, die im 19. Jahrhundert entstanden sind. 2. Eine Bereicherung des äußeren Aufbaues ist es zu nennen, wenn man an einer oder an beiden Seiten der Längswände FLügelbauten ausführt, die dann durch ein besonderes Satteldach gedeckt werden, wie sie uns an den Synagogen von Konski, Chyrow, Jurborg begegnen. 3. Entweder der Männerbetraum allein oder dieser und die im Stockwerk angeordnete Frauenabteilung sind durch ein großes steiles Doppeldach überdeckt, während sonst die im Parterre angelegten Frauenabteilungen ein einfaches Pultdach erhalten. Zu dieser Baugruppe sind zu zählen die Synagogen in Chodorow, Gwozdziec, Jedwabne, Kamionka strumilowa. 4. Die reichste Ausbildung aber zeigen jene Synagogen, welche zu beiden Seiten der Vorhalle Eckpavillons erhalten haben, die dann durch Galerien auf das reichste geschmückt und mit einem Zeltdach oder einem steilen Satteldach überdeckt sind. Matlakowski führt diese Eckbauten, da sie nicht immer aus dem Grundriß heraus erkLärt werden können, auf eine Nachahmung der bei den polnischen hölzernen Herrenhöfen gebräuchlichen Ecklösung zurück, weil bei diesen an zwTei oder vier Ecken reichgezierte Eckpavillons angeordnet waren, zum Beispiel in dem: ,,Dw6r modrzewiowTy w Sopockinach" oder im ,,Dw6r w Cicpiclwie"31). Dieser Annahme Moklowskis beipflichtend, muß man den Umstand hervorheben, daß bei Anlagen von Herrensitzen die eingangs erwähnten Eckbauten nur im Osten des Landes zu finden sind, in jenem Gebiete also, in welchem dieselbe Lösung für den Synagogenbau des öfteren angewendet wurde. In mehr oder weniger reicher Ausbildung, oft nur angedeutet, finden wir diese Lösung bei den Synagogen in Suchomoli, Wolpa, Zabludow, Pohrebyscze, Nasierlsk, Grodno, Kossowie u. a. __ (Fortsetzung folgt.) 81) Tygodnik illustrowany Serie II.