Mannheim
Compact Memory

Menorah · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 125

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Holzsynagogen in Polen
Date
1932-03-01
Page
Seite 125 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2912821-2912916-2912919-2927966--11179-2928081
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 125 Auch hier ist noch an dem gekuppelten Fenster mit segmentförmigem Sturz zur Beleuchtung des Männerbetraumes festgehalten. Eine reiche Dekoration zeigt die Eingangstüre, deren Sturz durch Anordnung geschweifter Knaggen und durch Ausschneiden des Sturzriegels gebildet wird. U ie Synagoge in B ogolP), einem Städtchen im ehemaligen Kongreßpolen, wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut und zeigt denselben Grundriß typ wie die Synagoge in Peczeniz yn. Auch diesem Baue ist liiL 1' die ganze Breite eine von dorisierenden Säulen getragene Galerie vorgelegt. Das Geländer ist aus lanzenartig geschnitzten Stäben gebildet, wie sie an zahlreichen Profanbauten der Zeit an Brüstungen auftraten. Der Männerbetraum, von gekuppelten Fenstern mit halbkreisförmigem Sturz beleuchtet, ist durch ein aus Holz gezimmertes Spiegelgewölbe abgeschlossen, dessen Spiegel aber in der Höhe des Anlaufes durch eingeschaltete Dreiecke in das Achteck übergeführt wird. Das Gebäude ist als Blockbau ausgeführt und mit einem beiderseits abgewählten Sattel dach gedeckt30), eine Bauform, die die angegebene Zeitbestimmung bekräftigt. Während die Wände und Decke roh geblieben sind, zeigt das Bima eine reiche Polychromierung. Das Bima, auf einem achteckigen erhöhten Unterbau errichtet, trägt aLif den Säulen einen Baldachin, dessen Linienführung als Rokoko bezeichnet werden muß. Von dem in der Synagoge von Bogoli beschriebenen Aufbau sögt Gloger, daß die meisten Synagogen des 17. und 18. Jahrhunderts zwischen Weichsel und Oder an diesem Baugedanken festgehalten hätten. Von diesen zahlreichen Synagogenbauten sind aber nur noch wenige erhalten, da die meisten durch steinerne Bauwerke ersetzt wurden. Gloger bringt in seinem Werke die Abbildungen der Synagogen in: Polarice bei Sandomiercz, in Parzeczewie bei Leczycz, in Rakowie bei Opatow. in Gniewczow bei Radom. in Wiczunc (ehemals Gouvernement Kowno), in Pozorow (ehemals Gouvernement Grodno), die aus dem Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts stammen dürften. Lfie hölzernen Synagogen Galiziens und Rußlands zeigen ausnahmslos eine Orientierung gegen Osten, indem im Osten des Männer- 2!>) Aus dem Nachlaß von Mathias Bersohn. soj nas jn p0len so beliebte Doppeldach wird gegen Ende des 18. Jahrhunderts seltener, an seine Stelle tritt das einfache Satteldach. Anlage der hölzernen Synagogen Ä. Allgemeines

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.