Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 124 (sequence 12)
- Language
- German
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124 MENORAH Standerwänden errichtet sind, ist alles übrige als Blockbau ausgeführt worden. Das Äußere macht einen nüchternen Eindruck, da Zierformen fast vollständig fehlen. Die Abbildungen der Synagoge in Jurborg über dem Niemen lassen bezüglich des Überganges vom Hauptgesimse zum Dach jenes Motiv erkennen, das eben näher besprochen wurde; demnach wäre die Entstehung dieses Gotteshauses zwischen Mitte und Ende des 18. Jahrhunderts anzusetzen. Aus der strengen Behandlung der Giebellösung der Männersynagoge und der Seitenbauten geht aber hervor, daß der Bau mehr gegen das Ende des Jahrhunderts errichtet sein muß. Vergleicht man weiters die Ausgestaltung von Giebel und Fries mit vertikalen Seiten, die durch ein Zierbrett verbunden werden, mit der Lösung beim Schlosse Junzillow bei Regino (erbaut 1801), so wird die Gleichheit der Motive auffallen. Nach all diesen Argumenten kann wohl mit Bestimmtheit die Errichtung dieser Synagoge an das Ende des 18. Jahrhunderts gerückt werden. Die Frauenabteilungen des ersten Stockes sind nach beiden Seiten hin über den Männerbetraum hinaus erweitert, so daß Flügelbauten entstehen, an die dann im Parterre die Frauenabteilungen anschließen. Die ganze Breitseite des Baues entlang läuft im Westen eine säulengetragene Galerie, die auch um die Flügelbauten herumgeführt wird. Die heute rechts vom Eingang in einem einfach verschalten Zubau angeordnete Stiege ist erst in jüngster Zeit entstanden, aber schon vor dem Jahre 1872, aus dem die Abbildung in der Zeitschrift Tygodnik illustrowany stammt. Schließlich ist noch als letzte dieser Gruppe die Synagoge von Konski28) zu erwähnen. Nach Sprawozdania, Band VII. Seite 34, wurde sie im 18. Jahrhundert erbaut. Infolge der Zugehörigkeit zu dieser Gruppe von Bauwerken wäre die Entstehung dieser Synagoge zwischen der Mitte und das Ende des 18. Jahrhunderts anzusetzen. Doch die flache strenge Giebellösung einerseits, die vasenartigen Bekrönungen und Tropfen andererseits sind Merkmale jener Periode, die um 1800 in der Baukunst geherrscht hat, so daß auch diese Synagoge um 1800 entstanden sein muß. Uber der der Männersynagoge vorgelagerten Vorhalle ist der Frauenbetraum untergebracht. In den ftügelartigen Zubauten sind die Stiegen zum Obergeschoß angelegt. Ve-vgl. Giosei, S. 37 und Tyirodnik illust., 1872, Konski ein kleine«; Städtchen im Gouvernement Radom <ehemals Kongi eti-Polen), nicht wie m Spiawozdania, Vll., S. 34 steht, im Bezirke Bi\zozow in Galizien.