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Menorah · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 123

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Holzsynagogen in Polen
Date
1932-03-01
Page
Seite 123 (sequence 11)
Language
German
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HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 123 auch wieder ein ausgeschnittenes Hängebrett erhält. Zwischen das Dach des Hauptgesimses und das eigentliche Doppeldach des Männerbetraumes ist nun in der Flucht der Block wand ein breiter, nach oben durch ein Gesims abgeschlossener Fries eingeschaltet, der durch schmale, verschieden gemaserte, diagonal zusammengearbeitete Bretter belebt wird. Da das erste bekannte Datum der drei obengenannten Synagogen ungefähr in die sechziger Jahre des 18. Jahrhunderts, das letzte in das Jahr 1770 fällt, darf angenommen werden, daß die Ausbildung der eben besprochenen Motive um die Mitte dieses Jahrhunderts allgemein üblich war. Bei den Synagogen von Suchowoli, Grodno, Jurborg findet man diese Lösung wieder, so daß hiernach die Erbauungszeit dieser Gotteshäuser auch um die Mitte des 18. Jahrhunderts anzusetzen wäre. Auch die Synagoge von Suchowoli zeigt die eben besprochene Lösung des Hauptgesimses. Man darf also — wie gesagt — wohl annehmen, dieser Bau sei am Beginn der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden; für diese Zeit spricht auch, wie ein Vergleich mit der polnischen Holzarchitektur lehrt, der große Giebel, mit dem der obere Teil des Doppeldaches an den Stirnseiten schließt. Bezüglich der Grundrißlösung zerfällt der Bau in folgende bekannte Teile: die Männersynagoge, die das hohe Doppeldach krönt, der Frauenbetraum an der Nord- und Südseite des Männerbetraumes und die Vorhalle mit den ebenerdigen, nur durch die steilen Satteldächer betonten Eckpaviilons. Auch hier wird eine zweifache Konstruktion: für den Männerbetraum der Blockbau, für die Frauensynagoge und die Vorhalle aber der Ständerbau verwendet. Wie schon erwähnt, folgt auch die Synagoge in Grodno bezüglich der Ausbildung durch das Hauptgesimse und dem darüber angeordneten Fries ganz dem oben besprochenen Typ, so daß man, wenn man außerdem die Frontgiebel berücksichtigt, die Entstehung dieser Synagoge in die Zeit zwischen der Mitte und dem Ende des 18. Jahrhunderts verlegen muß. An den Männerbetraum schließen sich im Norden und Süden zu ebener Erde die Frauenabteilungen an, während im Westen eine Vorhalle angeordnet ist, über welcher dann noch eine Frauensynagoge angelegt ist. Auch bei diesem Baue findet man wieder die mit Zeltdächern überdeckten Eckbauten. Mit Ausnahme der Frauenabteilungen zu ebener Erde, welche aus

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