Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 121 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 121 jonischeu Kapitalen in zwei schmale Seitenschiffe und ein breites Mittelschiff geteilt25). Die Seitenschiffe sind in der Tonne gedeckt, während sich über dem Mittelschiff eine vom Viereck ins Achteck übergehende, reich gegliederte Kuppel erhebt. Die Beleuchtung dieses Raumes geschieht durch gekuppelte Fenster mit seginentförmigem Sturz. Diesem Betraume für Männer ist an der Westseile ein Vor- und ein Winterbetraum vorgelagert, über denen dann im ersten Stock der Betraum der Frauen angeordnet erscheint; um die Frauenabteilung zu vergrößern, ist die Ostwand in den Männerbetraum hineingeschoben und wird durch einen von zwei Säulen getragenen Unterzug unterstützt. Den Zugang zur Frauenabteilung vermitteln zwei Treppen, welche in die, die ganze Breite des Gebäudes einnehmende, offene, von sechs jonischen Säulen getragene Vorhalle eingebaut sind und in eine mit Bailustrade gezierte Galerie münden, von der aus dann der Zugang zum Frauenbetraum angelegt ist. (Besonders aus der Anordnung dieser offenen säulengetragenen Vorhalle ersieht man deutlich, daß der Künstler von den Kirchenbauten Mitteleuropas stark beeinflußt wird.) Altar und Bima stehen auf Podien, über dem ersteren erhebt sich eine Kuppel mit zwei Adlern, die noch Spuren von Vergoldung aufweisen. Das zweigeschossige Dach schließt an den Schmalseiten mit einem Giebel, der durch zwei Rundbogenfenster und ein Ilalbkreisfen.ster belebt wird. Zwischen Gesimse und Dach schaltet sich ein herumlaufender breiter, aus verschiedenfarbigem Holz zusammengefügter Fries ein. Dach und Fries zeigen aber den Künstler nun wieder im Banne der heimatlichen Bauweise. Zjwei Meilen vom Lomza, in dem Orte Sniadow, wurde, wie eine Jahreszahl in der mittleren Kuppel angibt, 5528 jüdischer Zeitrechnung, also 17682G), eine Synagoge erbaut. Aus den vorliegenden Abbildungen ist zu ersehen, daß dieser Bau aus einem Männerbetraum besteht, dem an der Nord- und Südseite je ein Frauenbetraum im selben Terrainniveau angegliedert erscheint. Der Eingangsseite wird eine Vorhalle vorgelagert, die an den Seiten von einem Eckpavillon flankiert ist. Ob über der Vorhalle eine Fraueuabteilung angeordnet ist, kann aus den Abbildungen nicht bestimmt werden. Der Männerbetraum und die Eckbauten haben drei-, beziehungsweise zweigeschossige Zeltdächer erhalten. Besonders zu erwähnen ist aber die Ausgestaltung des Anschlusses zwischen Dach und Hauptgesimse w) Nach Bereohn, Witt. z. jtid Volks künde, 1901, lf>7. Äf) Sprawozciania, III, S. 31 ff.