Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 120 (sequence 8)
- Language
- German
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120 M ENORAH E3ie Synagoge in N a r o w 1 a stellt ein Bauwerk aus dem entferntesten Teile des Fürstentumes Litauen dar. Ein Vergleich der Dachi'orm bei den Eckpavillons mit denen der Synagoge in Sniadow (erbaut 1768) und Wolpa (erbaut um 1650) weist in der Linienführung Ähnlichkeiten auf, so daß es hiernach möglich wäre, die Erbauung dieser Synagoge zwischen die Jahre 1650 und 1768 zu verlegen. Noch enger begrenzt wird der Zeitraum, wenn man für die Beurteilung des Alters dieses Baues die Fenster im Parterre rechts und links vom Eingang in Betracht zieht; sie zeigen in der Verwendung der gebrochenen Linie nicht nur für den Sturz, sondern auch für die Sohlbank ein Motiv, das der Kunst der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts sowohl in der Stein-22) als auch in der Holzarchitektur geläufig war. Auch die Ausgestaltung und Betonung des Eingangs durch einen von Säulen getragenen Portikus23), der von einem Giebel gekrönt ist, gehört dieser Zeit an. Da nach diesen Betrachtungen 1700 als untere, 1768 aber als obere Grenze in Betracht kommt, so dürfte wohl anzunehmen sein, der Bau sei in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden. Das Hauptdach über der Männerabteilung ist dreigeschossig, doch begnügt man sich nicht mehr mit geraden Dachflächen, sondern verwendet geschweifte, wodurch der Bau sein eigentümliches Aussehen erhält. Das Hauptgesimse, aus zwei übereinanderliegenden Hohlkehlen gebildet, wird durch ein eigenes Dach gedeckt, zwischen diesem und dem Hauptdache ist aber in der Verlängerung der Blockwand ein Fries eingeschaltet, der durch aufgenagelte, ausgeschnittene Breiter belebt wird. Die Seitenpavillons, mit Galerien versehen, sind durch ein zweiteiliges geschweiftes Dach (Zeltdach) abgeschlossen. Zur Beleuchtung für den Mäniierbetraum sind auch hier gekuppelte Fenster mit segmentförmigem Sturz verwendet. "Wohl die reichste Ausgestaltung des äußeren Aufbaues tritt uns in der Synagoge von Lutomiersk entgegen. In Lutomiersk, einem kleinen Städtchen im Kreise Lasko, wurde unter der Regierung des Königs Stanislaus August IL (1764—1772)24)9 also in der Mitte des 18. Jahrhunderts, von dem Baumeister Hillel Benjamin aus Lasko eine hölzerne Synagoge errichtet. Wie man aus der ganzen Komposition des Baues ersieht, war der Erbauer dieser Synagoge bestrebt, sich von der landesüblichen Bauweise abzuwenden. Der Betraum für Männer wird durch eingestellte Holzsäulen mit w) Moklowski, Spraw^zdania. S. Synagoge in Kurnik in Mitt. z. jüd. Volkskunde, 1907, S. «7 ft Jahrb. f. ,jüd Volkskunde, 1., lrti. 24) kin Baugedanke, wie wiv ihn tiei den chiistlichen Kirchen Mittel uropas antreffen