Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 119 (sequence 7)
- Language
- German
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HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 119 bronzenen Färbungen bemalt. Oben läuft der Fries, der an Vorbilder romanischer Kunst erinnert, herum. Zwischen den Pllaiizenornamenten hat der Maler, sicher ein Einheimischer, Ringe angebracht, die, von verschiedenen Tieren gehalten, ohne jeden künstlerischen Wert sind, aber den damaligen Geschmack kennzeichnen. In diesen Kreisen sind verschiedene Sprüche aus der Bibel eingeschrieben. Der Plafond ist ebenfalls auf der ganzen Fläche mit Pnanzenornamenten bedeckt, und im Scheitel befindet sich eine hebräische Inschrift, die erklärt, daß der betreffende Saal im Jahre 5472 der jüdischen Zeitrechnung, d. i. 1712, renoviert wurde10). Aus den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts dürfte wohl die Synagoge in Uz la nach (Uzlen) stammen, da die an der Westseite des Baues angelegte Vorhalle in den Säulen und in dem aus kantigen Stäben gebildeten Brüstungsgeländer Kunstformen zeigt, die wir in jener Zeit allgemein in der Holzarchitektur Polens verwendet finden. Aus einer Photographie (aus dem Nachlaß von Mathias Bersohn) ist es möglich, nachzuweisen, daß der jetzige Bestand nicht der ursprüngliche ist. Heute zeigt die Synagoge nur den Männerbetraum, den Vorraum mit der darüber angeordneten Frauenabteilung und der säulengetragenen Vorhalle. Bei näherer Betrachtung der Längswand sieht man nicht nur Einkerbungen in der Wand, sondern auch, daß Schlitze vorhanden sind, die, heute durch Bohlen verschlossen, nur den Zweck haben konnten, die Verbindung eines Balkens mit der Blockwand zu ermöglichen. Aus diesen beiden Tatsachen läßt sich der Schluß ziehen, daß auch im Erdgeschoß noch Anbauten, wahrscheinlich Frauenabteilungen, gewesen sein müssen. Das polnische Doppeldach der Männersynagoge ist durch Vorstoß und Giebel an den Stirnseiten geschlossen. Das Innere entbehrt jeglichen Schmuckes, sogar das Gespärre wurde sichtbar gelassen. Zu erwähnen wäre noch die reich skulptierte hl. Lade, der einzige Schmuck des Männerbetraumes, der von einem gewissen Beer20) aus Eichenholz ausgeführt wurde. Im Jahre 1710 wurde in Ga ubi n i21), Gouvernement Warschau, eine Synagoge errichtet, deren ursprüngliche Gestalt durch eine spätere Rekonstruktion vollständig verwischt wurde; sie sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. te) Bersohn, a. a. 0.. Glogrer, Synasnee in Narowla. ,2°) Bersohn, a. a. O., Über TJzlan. Mitt. z jüd. Volkskunde, llJ04, S. iu. 2li Xach Spi awozdania Ivomiayi, VI.