Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 118 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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118 MENORAH an den Schmalseiten durch Vorstoß und Giebel abgeschlossen wird, letz Lerer in der Art des Frieses an der Synagoge in Lutomiersk getäfelt. Zwischen dem als Hohlkehle ausgestatteten Hauptgesims und dein Dach schaltet sich ein breiter Fries ein, der, wie die Giebel, durch Täfelung belebt wird. Die Frauenabteilung an der Nord- und Südseite des Männerbetraumes deckt jetzt ein Pultdach ab. Sie war aber, wie man aus den Einschnitten an der Blockwand noch heute sehen kann, ursprünglich durch mehrere senkrecht zur Außenwand laufende Satteldächer gedeckt, die vielleicht so ausgebildet waren, wie bei der Synagoge in Wysokie. Vor der über der Vorhalle angeordneten Frauenabteilung stand früher eine säulengetragene Galerie, von welcher heute aber nur mehr Reste vorhanden sind. Die Eckbauten waren ursprünglich auch durch Galerien, ähnlich denen in Wolpa, reich geziert und sind mit einem Satteldach gedeckt, das an der Front durch Vorstoß und Giebel abgeschlossen wird. Doch zeigt der Giebel des südlichen Eckpavillons in seiner dekorativen Ausgestaltung durch Leisten, die mit geschnitzten Holznägeln befestigt sind, ein Motiv, wie man es noch heute in Galizien in den Bauernhäusern von Zakopane findet, in denen sich die ursprüngliche Ausgestaltung des Holzbaues in Polen am besten erhalten hat. Die beiden Eckbauten stammen übrigens nicht aus einer Bauperiode, und es dürfte der südliche früher errichtet worden sein. Zur Beleuchtung des Männerbetraumes dienen gekuppelte Fenster mit geradem Sturz. Die Rundfenster der Eckbauten erhalten eine Sprossenteilung, die den Davidschild darstellt. Das Bima, auf achteckigem Unterbau errichtet, erhielt nicht nur über dem eigentlichen Achteck eine Kuppel mit einer Laterne, sondern auch viereckige über beiden Stiegen. Die die Kuppeln tragenden Säulen sind tauartig gewunden, die Profile mit Schnitzereien geschmückt. Die auf einem mehrstufigen Unterbau errichtete hl. Lade wird durch Gesimse in mehrere Geschosse geteilt. Die Säulen, die das aus einem vollständigen Gebälk bestehende Gesimse trugen, sind heute nicht mehr erhalten, weshalb die frei herausragenden Gesimskröpfe derb und schwer erscheinen und das unterste Geschoß nüchtern wirkt. Besondere Erwähnung verdient die Schnitzerei des obersten Geschosses, die den siebenarmigen Leuchter darstellt. Der Sitzungssaal, der in einem abgetrennten viereckigen Zubau untergebracht ist, hat seine Originalität nicht verloren. Die Wände dieses Gemaches sind mit phantastischen Blumen, die sich von unten bis oben ranken, in Wachsfarben mit überwiegend schwach grünen und schwach