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Menorah · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 116

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Holzsynagogen in Polen
Date
1932-03-01
Page
Seite 116 (sequence 4)
Language
German
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116 MEN ORAH zu erklären sein. Der Betraum für Männer wird nämlich nicht in seiner ganzen Breite aufgeführt, sondern es wird in der Höhe der Frauenabteilung an der Nord- und Südseite ein von zwei Säulen getragener Unterzug angeordnet, auf dem dann die Blockwand steht. Durch diese Anordnung der Säulen wird der Raum in zwei schmale Seitenschiffe, die in derllöheder Frauenabteilung abgedeckt werden, und in ein breites,hohes Mittelschiff geteilt. Während Seitenschilf und Frauenbelraum durch ein gemeinschaftliches Dach überdeckt sind, ist das hoch emporwachsende Mittelschilf durch ein zweiteiliges Mansarddach abgeschlossen. Die Vorhalle mit der über ihr angeordneten Frauenabteilung deckt ein separates Dach. Die steilen Satteldächer der Eckpavillons werden an der Stirnseite durch Vorstoß mit Giebel geschlossen. Längs der ganzen Breite des Gebäudes ist ein auf Säulen ruhender Altar angeordnet, in dem sich auch die Aufgangstiegen befinden. Die aus Eichenholz geschnitzte hl. Lade teilen Gesimse in drei Geschosse; die Säulen, mit Kapitäl und Basis ausgebildet, zeigen teils glatte, teils tauartig gewTundene Schäfte. Zu beiden Seiten der hl. Lade findet man Reste einer Malerei, während die übrigen Wände unbemalt geblieben sind. Im Jahre 1880 wurde wegen Baufälligkeit die alte hölzerne Synagoge in N a s i e 1 s k abgerissen. Wie man den Abbildungen aus früherer Zeit entnehmen kann, zeigt sie bezüglich des Grundrisses dieselbe Anordnung wie die Synagoge in Wolpa. Hervorzuheben sind die Eckbauten, zwischen denen die Vorhalle und der über ihr angeordnete Frauenbetraum eingebaut sind; denn diese Eckbauten sind mit Galerien und derben Schnitzornamenten versehen. Dem Frauenbetraum. war auch eine säulengetragene Galerie vorgelegt, in die die Aufgangstiegen ausmündeten. Den Männerbetraum deckte ein zweigeschossiges Mansarddach; die Eckbauten hatten Zeltdächer. Als Hauptgesimse war auch bei diesem Baue die mit Brettern ausgeschalte Hohlkehle verwendet. Wie die Sage erzählt16), soll die Synagoge gegen Ende des 17. Jahrhunderts, wahrscheinlich nach den Plänen eines jüdischen Baumeisters aus Luck, einem gewissen Simcha Weiß (Sohn Sch'lomos), errichtet worden sein. Es ist nicht sicher, ob dieser oder ein anderer Baumeister diese Synagoge erbaut hat, man muß jedoch auf jeden Fall zugeben, daß sie das Werk eines talentierten Künstlers gewesen ist. Diese Synagoge erweckte seinerzeit bei ihren Besuchern allgemeine Bewunderung. In ]G) S. Bersotin, Mit f.. der Kommission zur Erforschung der BaudenkmäJer in Polen VI. S. 33G—312. Mitt. z. jüd. Volkskunde, 1904, S. 12 ff.

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