Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
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HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 115 Der Altar wird durch reichgeschnitzte Säulen, die Gesimse aufnehmen, in mehrere Geschosse geteilt, die Flächen seihst aber werden von Schnitzereien durchbrochen, deren Motive der Tier- und Pflanzenwelt entnommen sind. JLJne Synagoge in Pohrebyszcze wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet. Bcrsohn erbringt für diese Behauptung den Beweis, indem er ausführt: ,.Eine genauere Angabe des Erbauungsjahres dieser Synagoge wäre wegen des Mangels an Dokumenten schwer zu erbringen. Als der einzige Fingerzeig kann ein kleines steinernes Denkmal dienen, das an die Mauern der Synagoge angelehnt ist und an dem eine eingemeißelte, etwas verwitterte hebräische Inschrift sagt, daß im Jahre 1648 die Banden des Chmielnicki unversehens Pohrebyszcze überfallen und sowohl polnische Magnaten als auch alle Juden, alte, junge, Frauen und Kinder niedergemetzelt haben, die sich in unserem uralten Gotteshausc eingefunden hatten, um in der Synagoge der Trauung eines jungen Paares beizuwohnen. Wenn also im Jahre 1648 diese Synagoge als uralt erwähnt wurde, so muß sie wenigstens aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts stammen. Was uns noch vom Alter der Pohrebyszczer Synagoge überzeugen kann, ist der Umstand, daß im Jahre 1730 in diesem Städtehen eine Kirche gebaut wurde; in dem hierüber berichtenden Tagebuche ist aus einer unerklärlichen Veranlassung die Erwähnung enthalten, daß in diesem Jahre (1730) die alte Synagoge renoviert wurde, die schon wegen ihres Alters viel gelitten hatte." „Nach der Zerstörung der Synagoge in der Zeit des Kosakenaufruhres (1648) ist sie viele Jahre leer und geschlossen geblieben. Erst mit der Rückkehr eines Teiles der Bewohner, die von der Niederlage gerettet wurden, und nach der Ankunft der Juden aus der Umgebung um das Jahr 1690 wurde die Synagoge wieder in Ordnung gebracht, die Architektur restauriert, wobei einige Teile benützt wurden, die unberührt geblieben waren. Der untere Teil ist zweifellos alt, und an diesem hat sich ein unbekannter Künstler betätigt, der zu ihrer Erneuerung und letzten Vervollständigung beigetragen hat15)/* Am Ende der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde das Äußere durch eine Rekonstruktion gänzlich entstellt, so daß die von Bersohn gegebene Abbildung, da sie noch aus der Zeit vor der Renovierung stammt, einen besonderen wissenschaftlichen Werterhält. Aus dem Umstände, daß der Bau der Synagoge in zwei Perioden zerfällt, mag wohl die eigentümliche Ausgestaltung des Männerbetraumes ,B) Much M. Bersohn. a. a. 0. IM tt. z. jüd. Volkskunde, l'.toi, S. 1(t9. i