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Menorah · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 114

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Holzsynagogen in Polen
Date
1932-03-01
Page
Seite 114 (sequence 2)
Language
German
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114 M E N O R A 11 bracht, die mit dem Kopfriegel durch Bügen, mit der Schwelle durch ausgeschnittene Andreaskreuze abgesteift werden. An der Ostwand zwischen den beiden Fenstergruppen bilden Streben und Riegel zwei ineinandergeschobene Dreiecke, den Davidschild — ein Motiv, dem man bei Synagogen, besonders als Sprossenteilung bei Rundfenstern, des öfteren begegnet. Die gekuppelten Fenster des Männerbetraumes, mit segmentförmigem Sturz überdeckt, waren — wie ein Rest an einem Fenster gegen die Frauenabteilung beweist — ursprünglich mit Bleiverglasung versehen. Die Männerabteilung wird durch ein Satteldach überspannt, das an den Stirnfronten durch große, mit drei Rundfenstern und ausgeschnittener Giebelleiste verzierte Giebel abgeschlossen erscheint. In der Synagoge zu W o 1 p a (ehemals Gouvernement Grodno) begegnet man einer der reichsten Ausgestaltungen bei den hölzernen Synagogen13). Die Errichtung dieses bedeutenden Baues dürft« wohl in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts fallen. Einer hebräischen Aufschrift zufolge wurde 1781 die Dachdeckung erneuert. Der ganze Bau ist als Blockbau ausgeführt. Der Männerbetraum, durch gekuppelte Fenster mit segmentförmigem Sturz beleuchtet, besitzt ein diagonal verlegtes Ziegelpflaster. Die Decke ist aus Holz gewölbt und bildet eine Nachahmung der aus Stein erbauten Synagogen, indem — wie bei diesen — vier starke Pfeiler, zwischen denen das Bima eingebaut ist, errichtet sind, mit der Bestimmung, die Wölbung zu stützen. Die achteckige Kuppel wird durch fünf übereinanderliegende Galerien, die sich nach oben verbreitern, allmählich in das Viereck übergeführt. Dieser Hauptraum wird von einem dreigeschossigen Mansarddach überdeckt, dessen oberstes Stockwerk an der Stirnseite einen Barockgiebel enthält. Die Vorhalle hat ebenfalls ein zweiteiliges Mansarddach mit einem Vorstoß und einem Giebel, der nach vorne schließt. Die Eckbauten sind durch vorgelegte Galerien reich verziert. Die Säulen, reich profiliert, sind durch ausgeschnittene Kopfbüge mit der Pfette verstrebt. In der Mitte des Interkolumniums aber ist ein Hängesäulchen mit Kopfbügen befestigt. Diese Hängesäulchen sind ein Dekorationsmotiv, das sowohl der polnischen11) wie auch der russischen Holzarchitektur geläufig war. Als Dach ist ein zweiteilig geschweiftes Zeltdach gewählt, das zum „Schließen" der Deckung an der Spitze einen Knauf erhält. Das Hauptgesimse bildet eine Hohlkehle. l8) An der Ward: Ha-nothen t'su'a ((iahet für die Obrisrkeit) fü>- Alexander II. "Ferner: Barukh Sem k'bod (Gebet), auf kleine Medaillons verteilt. Mi't. z. jüd. Volkskunde iv(>4, Heft T. l4) Glorkentuim in SJommiekach, K. MoUlow*ky, Szmka ludowa w f'olsce, iyü3, S. 453, Wohnhaus in Wisniezu, ebenda S. 454, Küche m Timowe.i (Galizien) Gloger, II. S. 129.

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