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Menorah · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 82

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Article
Der Bücherladen
Date
1932-01-01
Page
Seite 82 (sequence 9)
Language
German
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82 MENORAH die übrigen legte er in die untersten Kisten. Von den zwei Büchern, die ihm dem Titel nach am besten gefielen, stellte er je ein paar Exemplare hrs Fenster — und nun war er fertig. Mochten jetzt die Kunden kommen! Grade als Ezechiel unter den Vormittag schon einen Strich machen wollte, kam ein Kunde. Er trat an die Regale heran und musterte die Titel. Wie froh war Ezechiel, daß er Packpapier über die Ränder der Bretter geklebt hatte, um die Aufschrift der Seifenfirma zu verbergen. ,,Sie werden es hier kalt haben! Kein Ofen da? Es ist ja doch nur ein Kellerlokal." Vorläufig noch nicht." „Und im Sommer ist es heiß. Merken Sie sich für die Zukunft: ein Lokal ohne Hintertür darf man nicht mieten, weil man es nie richtig lüften kann. — Ich bin kein Büchermann — die Zeitung tut's für mich auch. Ich wollte bloß hereinschauen, was Sie da treiben. Viel Glück, mein Junge!" Eine Stunde später kletterte eine alte Frau die Stufen herunter und fragte nach Gratulationskarten. Wo konnte sie welche bekommen? Ezechiel wußte es nicht gewiß, aber vielleicht beim Papierhändler an der nächsten Ecke — und sie kletterte brummend die Stufen wieder hinauf. Als er es nicht mehr erwartet hatte, kam ein junger Mann eilig herunter, überflog die Regale mit einem Blick, sagte: ..Sie haben keine überwältigende Auswahl, was?" und wählte drei Bände. Ezechiel nahm zu viel Packpapier und mußte noch einmal auspacken, weil die Sache gar zu ungeschickt aussah. Er riß den Bogen entzwei — nun war es zu wenig, die Bücher guckten hervor. ,,Schon gut, es macht nichts. Was kosten sie?" ,,Sechs Dollar." Der junge Mann zog sein Portefeuille, breitete ein Häufchen neuer Noten aus und reichte Ezechiel einen Fünf - und einen Ein-Dollarschein, Er ergriff das Paket, nahm die drei Stufen mit einem Salz und war verschwunden. Ezechiel konnte nicht einmal „danke*4 sagen. Da hatte er nun sechs Dollar — nein, Herden von Schafen und Ziegen, von Kamelen und Eseln, Diener und Dienerinnen — er war reich wie Abraham. Es kamen weitere Kunden. Ezechiel dachte daran, daß er nicht zu Mittag gegessen hatte, aber es machte ihm nichts. Gegen Abend sperrte er eilig die Türe, wobei ihm einfiel, daß er jetzt das erste Mal Grund dazu hatte — und lief im Trab zu seinem Hauswirt, um Kerzen zu kaufen.

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