Mannheim
Compact Memory

Menorah · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 66

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Article
Nietzsche und das Judentum
Date
1932-01-01
Page
Seite 66 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2912821-2912916-2912918-2927764--11058-2927904
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

66 MENORAH verträgt keinen Vergleich. Man ist unter Juden: erster Gesichtspunkt, um hier nicht völlig den Faden zu verlieren. Die hier geradezu Genie werdende Selhstverslellung in's Heilige", unter Büchern und Menschen nie annähernd sonst erreicht, diese Wort- und Gebärden- Falschmünzerei als K u n s t ist nicht der Zufall irgend welcher Einzel- Begabung, irgend welcher Ausnahmenatur. Hierzu gehört Rasse. Im Christentum, als der Kunst heilig zu lügen, kommt das ganze Judentum, eine mehrhundertjährige jüdische allerernsthaf teste Vorübung und Technik zur letzten Meisterschaft. Der Christ diese ultima ratio der Lüge, ist der Jude noch einmal — drei Mal selbst. . ." Seite 296, Aph. 58. — ..Paulus, der Fleisch-, der Geniegewordene Tschandala — Haß gegen Born, gegen die „Welt", der Jude, der ewige Jude par excellence . . . Was er erriet das war, wie man mit Hülfe der kleine sektirischen Chrislen-Bcwegung abseits des Judentums einen „Weltbrand" entzünden könne, wie man mit den Symbol „Gott am Kreuze4' alles Unten-Liegende, alles Heimlich-Aufrührerische, die ganze Erbschaft anarchistischer Umtriebe im Beich, zu einer ungeheuren Macht aufsummieren könne. „Das Heil kommt von den Juden".'; Was hier auffällt, ist zunächst, daß Nietzsche mehr vom Christentum spricht und von den Juden, die das Christentum geschalfen haben. Der ..Antichrist" geht prinzipiell n u r auf das neue Testament ein. Das einzig entscheidende Moment ist die psychologische Beleuchtung des SklavenauTstandes in der Moral. Bekanntlich war Nietzsche hier Philologe. Seile 305 in der Genealogie der Moral heißt es: ..Das lateinische bonus glaube ich als „den Krieger" auslegen zu dürfen: vorausgesetzt, daß ich mit Becht bonus auf ein älteres duoiuis zurückführe (vergleiche bellum — duellum — duen —- tum. worin mir jenes duomus erhalten scheint). Bonus somit als Mann des Zwiestes. der Entzweiung (duo), als Kriegsmann: man sieht, was im alten Born an einem Mann seine ..Güte" ausmachte. Unser deutsches „Gut" selbst: sollte es nicht ..den Göttlichen", den Mann göttlichen Geschlechts bedeuten? LI. S. W." Und Seite 309 heißt es: „Die Juden sind es gewesen, die gegen die aristokratische Wertgleichung (gut — vornehm — mächtig — schön — glücklich — gottgeliebt) mit einer fuixhteinflößcnden Folgerichtigkeit die Umkehrung gewagt und mit den Zähnen des abgründlichslen Hasses (des Hasses der Ohnmacht) (O, Friedrich Nietzsche, war Dir der Haß nicht größer als die Liebe! Und wolltest Du nicht die erst e „Philosophie des Hasses" schreiben?) festgehalten haben u. s. w." Der Philologe Nietzsche wollte hier ein psychologisches Problem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.