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Menorah · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Article
Zwischen den Fronten
Date
1932-01-01
Page
Seite 46 (sequence 6)
Language
German
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46 MENORAH trüge ich die ganze Verantwortung. — B e Ii a - a 1 - D i n rief sogleich den Untersuchungsrichter und beauftragte ihn, mich beim Militärgericht anzuzeigen. Und als mich der Untersuchungsrichter darüber befragte, wie es die Stadtverwaltung von Tel-Aviv wagen durfte, derartige Geldscheine auszugeben, erwiderte ich ihm: ,,Es ist richtig, daß nur der Staatsregicrung allein das Recht der Ausgabe von Zahlungsmitteln zustehe, aber da weder die Regierung noch die Stadtverwaltungen ihre Aufgabe erfüllt, erachtete ich es als meine Pflicht, durch dieses Notgeld den Einwohnern unserer Kolonien die Möglichkeit zur Geldeinwechslung zu geben: und die Leute haben es vertrauensvoll angenommen." Nun übergab der Untersuchungsrichter meine Angelegenheit dem Militärgericht. 13 e h a - a 1 - D i n sagte mir bei dieser Gelegenheit, er sei gezwungen, derart gegen mich zu verfahren, er schätze zwar meine politische Tätigkeit sehr hoch und sähe sehr gerne seine Absicht verwirklicht, mich an Stelle O m a r a 1 - B e t a r s, der damals zurücktreten mußte, zum Bürgermeister von Jaffa zu ernennen, befürchte aber damit eine Zurücksetzung der Muselmanncn. Das hieß soviel, daß ich mich seiner Sympathie erfreute. In Tel-Aviv überall Razzien. Es werden die Häuser durchsucht, die Höfe, die Keller. Und über Auftrag der Geheimpolizei werden verschiedene Leute unter dem Verdachte des Aufruhrs in den Kerker geworfen. Durch die Verhaftungen wollte man die geheimen Zusammenhänge aufdecken und erhoffte sich von den Hausdurchsuchungen die Auffindung von Waffenlagern und Geheimdokumenten von illegalen Organisationen und ihrer Anhänger. . . Und der Stadtkommandeur C h a s s e n - B e g, ein ungebildeter, grausamer Wüstling, ein häßlicher, mißgestalteter Zwerg ließ seinen Zorn an den jüdischen und arabischen Kolonien aus und bedrängte die gesamte Einwohnerschaft. Von den Juden forderte er WalTen; und er konnte sich darin nicht genugtuii. Er verlangte Geld für die Miliz, die er damals aufstellte, zog aber keinen einzigen Juden heran. Und plötzlich begann er die Stadt auszugestalten und zu verschönern. Mitten in den Kriegsvorbereitungen wurde er von dem Wahn befallen, die Stadt zu verschönern; er schleppte Leute von der Straße weg, um Häuser niederzureißen, Straßen auszubessern, eine neue Moschee zu erbauen und Alleen zu pflanzen. Diese Arbeit schien ihm so dringend, als hinge von ihr das Los des Krieges ab ... Er und seine Büttel wüteten, raubten, sperrten ein. Er w-ar der Schrecken der Stadt und ihrer Umgebung. In der Nacht durfte in den Häusern kein Licht brennen, weil die Leute damit den von Zeit zu

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