Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Zwischen den Fronten
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 5)
- Language
- German
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ZWISCHEN DEN FRONTEN 45 Verdächtigütigen — Razzien — Drohende Verschickung Cxewiß. es war nicht schwer, in unserer Siedlung nach politischen Verbrechen zu fahnden. Infolge der türkischen Lotterwirtschaft geschahen in Tel-Aviv und in den Kolonien von .ludäa Dinge, die. wenn sie aller Welt nicht so bekannt wären. Beweismaterial hätten zutage fördern können, daß ein ..Aufstand" sich vorbereitete: Nationalfondsmarken, freie Schulen, hebräische Firmenschilder, jüdische Gerichtsbarkeit — und all das, ohne die Erlaubnis der Regierung eingeholt zu haben. Noch mehr — das Notgeld, das die Gemeinde Tel-Aviv einzig über Beschluß des Gemeniderates ausgegeben hatte. Und als Gipfel der Unbotmäßigkeit— die autonome Verwaltung in Tel-Aviv und in den jüdischen Kolonien, mit einer jüdischen Polizei, die sich zu einer Art Gendarmerie zusammengeschlossen hatte. Und was brauchte da der Kundige noch nach anderen Verbrechen zu suchen, wo doch schon das allein genügte, um daraus Versuche eines organisierten Aufstands zu konstruieren, dessen Mittelpunkt Tel-Aviv war? . . . Man mußte also darangehen, die ..stnatsgefährliche'" Tätigkeit dieser aufrührerischen Institutionen im Keime zu ersticken und die Rädelsführer dem zuständigen Militärgericht zu überantworten. Dieser Aufgabe hatte sich B e h a - a l - D i n selbst, der Kaimakam von Ja Ha. unterzogen. Nun mußten die hebräischen Firmentafeln -daran glauben: sie mußten gemäß eines Erlasses in türkischer Schrift, versehen mit den Nationalfarben Rot-Weiß, umgeschrieben werden. Es folgte das Verbot der Nationalfondsmarkeii. Die jüdischen Stadtwächter wurden entwaffnet, dann kam der Befehl, sie durch arabische zu ersetzen. Die zionistische Bank >vurde geschlossen und das Notgeld von Tel-Aviv verboten. Jeder Befehl und jedes Verbot schloß mit der Warnung: ..Gegen Zuwiderhandelnde wird mit der T o d e sstr a f e vorgegangen werden!" Auf diese Art und Weise, wären alle mit dem Tode zu bestrafen gewesen . . . Das von der Stadtgemeinde Tel-Aviv ausgegebene Notgeld wurde gefunden, und der Kaimakam B e h a - a 1 - 13 i n lud mich vor. Ich kam. Und da zeigte er mir die verschiedenen Noten, die wir gedruckt hatten, und die die Unterschriften zweier Stadträte, der Herren Abraham L j e w und B e z a 1 e 1 J a f f e s. A. trugen. Er begann mich auszuholen: „Wer. sind die Leute, die die Noten unterzeichnet haben?'; IcEi erwiderte ihm sofort, die Unterschriften dieser Leide seien nicht maßgebend, da die Ausgabe des Notgeldes im Namen und über Beschluß der Gemeindeverwaltung von Tel-Aviv erfolgt sei. und als Vorsitzender