Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 15)
- Language
- German
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IIOLZSYNAGOGEN IN POLEN 35 raumes angeschoben. Zwischen diesen Wänden war es möglich, die alte Verschindelung der Blockwand aufzufinden. Aber auch der Anschluß der Dächer zeigt deutlich, daß man es hier mit einem späteren Zubau zu tun hat, denn das Gespärre des Hauptdaches läuft durch, und an den Sparren sind die Latten zur Befestigung der Schindeldeckung noch teilweise vorhanden. Schließlich sei darauf hingewiesen, daß die IchsenSparren auf die Sparren des Hauptdaches aufgelegt und mit Holznägeln befestigt wurden, was wiederum zeigt, daß es sich hier um eine spätere Zutat handelt. Demnach haben wir es mit einem Bau zu tun, der aus der Männersynagoge, dem Vorraum und der darüber angelegten Frauensynagoge besteht. Der Männerbetraum mit offenem Mansarddachstuhl ist als Blockhaus, an den Ecken mit Vorstößen versehen, ausgeführt, Vorhalle und Frauenabteilung sind aus Ständerwänden gebildet; an der Westseite war ursprünglich im Erdgeschoß und ersten Stock eine Galerie vorgelegt. Moklowski gibt auf Seite 426, Fig. 252 seines Werkes eine rekonstruierte Ansicht dieser Synagoge, die aber, was das Parterre betrifft, als unrichtig bezeichnet werden muß; denn bei näherer Untersuchung der heute bestehenden Wand hat sich uns gezeigt, daß die Verschalung späteren Datums ist, da die dahinter liegende Wand der Vorhalle ein Fenster enthält, das durch die fragliche Verschalung wertlos würde. Die heute angebrachte vertikale Verschalung des Äußeren der Synagoge ist jüngsten Datums; ursprünglich wurden für Verkleidung der Wände Spitzschindeln angewendet. Die Frauenabteilung wird nicht bloß durch die in der Ständerwand angeordneten Fensteröffnungen, sondern auch durch gekuppelte Dachfenster beleuchtet. Das bemalte Bima ist durch Gesimse gegliedert, das unterste der drei Geschosse enthält die reichgeschnitzten Türen der Bundeslade, die von Säulen, deren Schäfte mit WTeinranken umwunden sind, flankiert werden. Die, wie schon erwähnt, um 1795 entstandene Bemalung des Männerbetraumes ist wertlos und nur insoferne von Interesse, als auch hier die Teilung der Wandfläche in Felder durchgeführt erscheint. Zur Beschriftung: Westwand: Hallelujah, Prv. 2114. Ps. 1371 (entsprechend zwei Waldhörner!). Ost- und Südwand: Gebet, Num. 24n. Ostwand: Gebete wie Jablonow-Westwand. Nordwand: Einleitung zu den Selichoth: El melekh. LJie Entstehungszeit der Synagoge in B r z o z d o w c e, einem kleinen Städtchen in der Nähe von Chodorow, muß an das Ende des