Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 16)
- Language
- German
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36 MENORAH 18. Jahrhunderts verlegt werden; darauf deutet schon die Malerei, die aus dieser Zeit stammt. Sowohl mit ihrem Grundriß, wie auch mit ihrem Aufbau gehört die Synagoge zu den einfachsten ihrer Gruppe. Der Betraum für Männer, mit einer vom Viereck ins Achteck übergehenden Kuppel überspannt, sollte, wie man aus dem Dachgespärre entnehmen kann, ursprünglich eine große Tonne tragen, ähnlich der in Chodorow, so daß eine Abhängigkeit von dieser S}magoge als wahrscheinlich anzunehmen ist. Das zweigeschossige, durch ein Gesimse unterbrochene Doppeldach über der Männer- und Frauenabteilung wird an den Stirnseiten durch Vorstoß und Giebel abgeschlossen. Die an der Nordseite in der Länge der Männerabteilung angeordnete Frauenabteilung ist mit einem Pultdach überdeckt. Der Männerbetraum, durch gekuppelte Fenster mit segmentförmigem Sturz beleuchtet, war mit Malereien ausgestattet, die an den Wänden kaum mehr zu erkennen, an der Decke aber noch vollständig erhalten sind. Hier wurden auch menschliche Figuren und Gesichter dargestellt, die aber dann übermalt wurden. Die hl. Lade wird durch Gesimse in drei Geschosse geteilt und mit Schnitzereien reich geziert, die auch wieder die Weinranke als Grundmotiv zeigen. Das Bima, auf einem Unterbau errichtet, trägt einen Baldachin, dessen Formen als Empire anzusprechen sind. Zur Beschriftung: Tür Gn. 2817 und Ps. 1042S (mit entspreche Bild, dem Livjathan). In Felsztyn bei Ghyröw wurde, wie die Tradition berichtet, am Ende des 18. Jahrhunderts die Synagoge erbaut, die den bei der Synagoge von Zydazowz besprochenen Typus zeigt. Der Männerbetraum wird von einer großen Tonne, die ohne Bemalung geblieben ist, überspannt. Der Bau ist mit einem einfachen Satteldach mit sichtbarem Vorsprung überdeckt, an den Schmalseiten mit einem Vorstoß abgeschlossen, so daß nur kleine Giebelflächen frei bleiben. Die Wände schmückt eine derbe Malerei, welche aber heute kaum mehr erkennbar ist. Einfache Fenster mit ausgeschnittenem Sturz dienen zur Beleuchtung der Männersynagoge. Der ganze Bau, als Blockbau ausgeführt, blieb außen unverschindelt. In der Ausführung des Baues, in der Art, wie der Dachvorsprung gelöst ist, zeigt sich unstreitig ein Verfall der Zimmermannskunst, so daß das Ende des 18., wenn nicht gar der Beginn des 19. Jahrhunderts als Bauzeit anzunehmen ist. Auch an der Ausgestaltung der hl. Lade sehen wir das Hereiiidringen jener Richtung, die um 1800 die Kunst beherrscht. (Fortsetzun folgt.