Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2912821-2912916-2912918-2927754--11015-2927872- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
34 MENORÄH gebrachte Wandverschalung ist jüngeren Datums; ursprünglich war auch dort wie an den anderen Wänden eine Schindelverkleidung. LJle Synagoge in Zydazowz wurde, wie eine hebräische Inschrift besagt, im Jahre 1742 erbaut und 180910) bemalt Der als Blockbau aufgeführte Männerbetraum mit quadratischem Grundriß wird durch eine vom Viereck ins Achteck umsetzende Kuppel abgeschlossen. Die Vermittlung zwischen Wand und Dach bildete eine Hohlkehle, die aber heute nicht mehr vollständig erhalten ist. Das Dach, ein zweiteiliges Mansarddach, wird an den Schmalseiten durch Vorstoß mit Giebel abgeschlossen. Der Ostgiebel ist reicher ausgebildet, indem eine geschweifte Form mit aufgenagelten Holzprofilen gewählt wurde; die Giebelfläche ist mit Brettern verschalt und wird durch Sterne, die aus Brettchen gebildet sind, belebt. Die eben beschriebene Giebellösung war einst in Polen sehr gebräuchlich; sie ist noch an einem Wohnhaus in Brzozdowce vorzufinden. Der Giebel ist dann durch Schindeln abgedeckt. Die Fenster des Männerbetraumes sind gekuppelt und durch die an die Fensterleibung genagelten ausgeschnittenen Brettchen hervorgehoben. Die heute angebrachte vertikale Wandschalung mit Deckleisten ist jüngeren Datums. Die reich geschnitzte hl. Lade baut sich in drei Geschossen auf. Die Schnitzerei verwendet auch hier wieder das Motiv des Weinstockes. Das Bima, auf erhöhtem Unterbau errichtet, ist mit einem Baldachin überdeckt. Zur Beschriftung: Decke: Ps. 294 („-die Stimme des Ewigen../'), gespendet von Jechiel Mikhael b. Perez, Semuel b. Selomoh ha-levi und dem gelehrten Rabbiner Ghajjim b. Rabb. Selomoh; r. Ex. 2517, links Gn. 2812, oben Ps. 292, links oben Aboth 52:> (,,Sei stark" wie ein Panther . . Im Jahre 5553 oder 5555 der jüd. Zeitrechnung, also um 1795, erhielt die Synagoge in Peczenizyn die innere Ausschmückung; demnach dürfte das Erbauungsjahr um einige Jahre früher anzusetzen sein. Der Bau ist aber keineswegs in seiner ursprünglichen Anlage erhalten geblieben, sondern durch einen späteren Zubau an der Südseite verunstaltet worden. Im Nachstehenden soll für diese Behauptung auch der Beweis erbracht werden. Der aus Ständerwänden gebildete südliche Anbau wurde ohne jeden Verband an die Blockwand des Männerbct- 10j Diese Angabe stammt vom. Kultusvorsteher und Lehrer von Zydazowz; sie ist dem Pinkes (Pinax) entnommen.