Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 11)
- Language
- German
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HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 31 in Wirklichkeit aus dem Ende des 17. oder vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Die Inschriften an den Wänden enthalten die Jahreszahlen: 1718, 1721, 1724, 1727; demnach stammt die Malerei aus den Jahren 1718 bis 1727. Außerdem weist sie in der Linienführung, den Farben und der Technik Parallelen mit den beiden soeben besprochenen Rauten auf. Auf Grund dieser Talsachen ist man berechtigt, die Entstehung dieses Baues um 1700 anzusetzen. Der Bau hat aber im Laufe der Zeit seine ursprüngliche Gestalt teilweise eingebüßt; denn heute besteht die Synagoge aus der Männerabteilung, dem im Westen der Vorraum mit dem darüber angeordneten Frauenbetraum und der Galerie vorgelagert ist. Wie man aber aus der in der „Sprawozdania Kommisyi do bat. histor. sztuki w Polsce" gegebenen Abbildung sieht, war seinerzeit an der Nordseite eine Frauenabteilung angeordnet. Doch nicht nur diese Abbildung ermöglicht uns, das ursprüngliche Vorhandensein der Frauenabteilung an der Nordseite nachzuweisen, sondern auch aus den Schlitzen in den südlichen Blockwänden geht hervor, daß vor dem Jahre 1880, dem Jahre der Aufnahme der Synagoge durch L. Wieszbicki, auch an der Südseite eine Frauenahleilung vorhanden gewesen sein muß; über die Höhe derselben vermag die an der Nordseite noch heute erhaltene Pfctte einigen Aufschluß zu geben. Die heute rechts und links vom Vorräume angeordneten Räume sind spätere Zutaten. Aus dem Gesagten geht hervor, daß Jablonow ursprünglich in gleichem Terrainniveau mit dem Männerbetraum an seiner Nord- und Südseite Frauenbeträume gehabt hat. Der Männerbetraum, mit oneuem Dachstuhl, ist sehr stark gesunken, was man daran erkennen kann, daß die gemalten Arkaden, welche sich ursprünglich über den längs der Wand angeordneten Sitzbänken befanden, heute kaum mehr als die Hälfte über sie hinausragen. Der ganze Bau ist durch ein zweigeschossiges Mansarddach mit Vorstoß und Giebel an den Schmalseiten abgeschlossen und besitzt an der Westseite eine von Säulen getragene Galerie. Die Bogen zwischen den Säulen werden derart gebildet, daß Bretter horizontal an die Säulen angeschlagen sind, die dann in der Form des Korbbogens ausgeschnitten wurden. Es ist dies eine konstruktive und dekorative Ausbildung, wie man sie auch bei der Synagoge in Peczenizyn und bei zahlreichen alten Laubenhäusern Galiziens vorfindet. Das Bima auf einem achteckigen Unterbau wird von einem Baldachin gekrönt, den acht Säulen tragen; die einzelnen Teile sind reich polychromiert.