Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Holzsynagogen in Polen
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 29 stehende Kuppel eingebaut worden. Da es durch diese nachträgliche Änderung notwendig war, das mittlere Bundgespärre auszuwechseln, hat die Tragfähigkeit des Dachstuhles sehr gelitten, was an bedeutenden Durchbiegungen deutlich zu erkennen ist. An der Nordseite der Männerabteilung ist der Frauenbetraum, an der Westseite der Vorraum vorgelagert. Beide sind als Ständerbauten mit eingeschobenen Wänden ausgeführt und mit einem bis zum Hauptgesims reichenden steilen Pultdach überdeckt. Der an den Vorraum angebaute Winterbetraum ist viel späteren Datums, da er aus Ziegeln errichtet ist. Auch nach außen hin ist der Männerbetraum durch das hohe Mansarddach betont, das an der schmalen Seite durch einen Vorstoß mit Giebeln abgeschlossen wird. Das Hauptgesimse, als Hohlkehle ausgebildet, vermittelt den Übergang zwischen Wand und Dach. Decke und Wände sind auf das reichste mit Malereien geschmückt. Doch ist die heute auf uns gekommene Ausschmückung nicht mehr die ursprüngliche. Der Maler in heiliger Arbeit", Israel, der Sohn des Mardokhai, aus der Stadt Jaryczow im Bezirke Lemberg, dürfte die erste Malerei um 1650 ausgeführt haben, während der Maler Isak, der Sohn des Jehuda Leb aus Jaryczow, erst im Jahre 17297) hier als Maler tätig war. Die hl. Lade, auf einem sechsstufigen Unterbau errichtet, in drei Geschossen aufgeführt, enthält im untersten den Schrein zur Aufbewahrung der Rondalen. Die Säulen zeigen barockisierende Kapitäle, der Schaft, mit Weinranken umwunden und in allen Teil reich polychromiert, ist ein glänzendes Zeugnis für die Begabung des ausführenden Künstlers. Das Bima, in seiner ursprünglichen Form mit reicher Bemalung versehen, wird von acht Säulen, die einen Baldachin tragen, gebildet. Die Akanthusblätter an den Säulen sind mit dem Hohlbohrer gearbeitet. Die Eingangstüre zur Männerabteilung ist mit Profilen reich geziert. Zur Beschriftung und Bemalung: Über der Tür ist ,,1718" eingeschnitten. Bima: Sota 39 (,,nicht sprechen während der Thoraverlesung"), links: Der Aufgerufene sage sich: jetzt trete ich vor die Thora hin, über sie den Segen zu sprechen und halte sie in Ehrfurcht über alle Maßen8). Hl. Lade: Ps. 5S; rechts Gebet (modim), gespendet vom Präs. Jakob ben Abraham. Westwand: An der Sekher Fchurban-,Steile (die zur Erinnerung an die Zerstörung 7) Daß Israel, der SoJin Mardolchais, der erste Maler war, ist auch aus jener Inschrift an der Decke der Synagoge in Cliodorow anzunehmen ö) Uei Wachstein, Wiener Grabscuriften i s8 -wird einer auf seinem Grabstein dafür gelobt, daß er im Gotteshause nicht geplaudert hat.