Mannheim
Compact Memory

Menorah · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 25

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Article
Holzsynagogen in Polen
Date
1932-01-01
Page
Seite 25 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2912821-2912916-2912918-2927754--11006-2927863
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

HOLZSYNAGOGEN IN POLEN 25 den vielfach durch die weltlichen und geistlichen Behörden bestimmt. Sie durften nicht die Bethäuser der herrschenden Religion überragen. Die auffallende Bescheidenheit der RaumverhäLtnisse z. B. in den erhaltenen spanischen Synagogen ist auf einen ähnlichen Zwang zurückzuführen. Ebenso zum Teil, daß die Synagogen außerhalb des Ortes lagen, weil innerhalb des Weichbildes der Stadt keine Stätte eines fremden Kultes geduldet wurde. Unter ausdrücklicher Beziehung auf Verteidigungszwecke wurden Lage und Bauart der polnischen Festungssynagogen von den Behörden bestimmt. Die Bauformen der Synagogen — für die Antike von Krauss, für das Mittelalter von Krautheimer untersucht — haben auf den Wegen und Ruheplätzen des wandernden Volkes Entwicklungen durchgemacht, in denen sich der stets jüdische Kern der Anlage mit den stilistischen Einnässen der Umwelt eigentümlich vermischt. Das gilt auch — schon im Hinblick auf den Baustoff — für die bedeutungsvolle Synagogengattung, die unser Buch zum Gegenstande hat: für die Holzsynagogen im östlichen Europa. Beschreibung der Synagogen in chronologischer Reihenfolge In. K.1 einholen Die Holzsynagoge in Cliodorow bei Lemberg ist die älteste, die sich in Galizien bis auf den heutigen Tag erhalten hat; denn, wie auf der rechten Seite der hl. Lade zu lesen ist, dürfte dieses Gotteshaus um die Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut worden sein. Laut einer Inschrift in der großen Tonne hat der Maler Israel, der Sohn des Mar dokhai Lissnitzki, die Malerei geschaffen. In der Synagoge von Gwozdziecz, die auch zuerst von diesem Maler ausgeschmückt wurde, finden wir als früheste Jahreszahl 1652 angegeben. Da nun Gwozdziecz, was die Konstruktion anlangt, in Abhängigkeit von Chodorow entstanden sein dürfte — denn auch in Gwozdziecz sollte der Männerbetraum mit einer großen Tonne überspannt werden —, so ist die Annahme gerechtfertigt, daß die Synagoge in Chodorow vor 1652 erbaut worden ist. Daß der Maler Israel, der Sohn Mardokhais, in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts tätig gewesen sein muß, bezeugt eine andere Inschrift der großen Tonne, nach der in den Tagen des Mose ben Jair im Jahre 1714 eine Renovierung der Malerei vorgenommen wurde. Anläßlich dieser Arbeit wurden auch die Flacheisen zur Verstärkung der Wölbung angeordnet, was sich aus dem Umstände erkennen läßt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.