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Menorah · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Article
Holzsynagogen in Polen
Date
1932-01-01
Page
Seite 24 (sequence 4)
Language
German
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24 MENORAH sehen werden. Auch sie waren wahrscheinlich nicht ganz profaner Benützung freigegeben; daß man sie mit dem B e t räum zusammenlegte, lag schon aus äußeren Rücksichten nahe genug. So linden wir bereits die ältesten Synagogen diesem doppelten Zwecke entsprechend gebaut, so daß — selbst wenn für einzelnes Anklänge an persische Vorbilder vorliegen sollten — in dieser Vereinigung von Gebet und Belehrung ein ganz neues Element in die Kultur der Menschheit eingetreten war. Die Anlage gestattete die Errichtung einer das Ganze beherrschenden und somit für die Vorlesung aus der Thora und für religiöse Vorträge geeigneten Tribüne (Bima)1). An den Tempel in Jerusalem, der übrigens nach Jes. 567 ein B eth a us für alle Völker werden soll, erinnert hingegen nichts, es sei denn, daß wir den Vorraum, der diesen Synagogen, die nach Ezech. XI. 16, oft „Heiligtum im Kleinen" (Mikdas m'at) genannt werden, vorgelagert ist, als den Hof vor dem Tempel deuten wollen, auf dem die Trauernden den Trost der Gemeinde empfingen2). Als sakrales Moment in der Anlage tritt erst in der Synagoge zu Hammäm-Lif in Nordafrika") die Orientierung nach Jerusalem auf und, als weitere Reminiscenz an den Tempel zu Jerusalem, die Nische für den x\ron ha-kodes, der Schrank mit den Thorarollen. Für die Stelle, an der er steht, gebraucht man die Bezeichnung Hekhal, für den Vorhang, der bei den Sefardim innerhalb des Aron hängt, „Parokheth", für den Sturz des Vorhanges: Kapporeth, die Lampe vor dem Aron: Ner thamid, alles Anklänge an die Einrichtung des Tempels. Die Trennung der Geschlechter durch besondere Emporen oder Scheidewände aus Schilf oder anderem schalldurchlassenden Material, schon in talmudischer Zeit in den Synagogen durchgeführt, geht gleichfalls auf eine gelegentliche Einrichtung im Tempel zurück. Die Analogie zwischen den beiden Mittelschiffen der zweihalligen Synagogenbauten in Mittel- und Osteuropa und den beiden Säulen Jakhin und Boas4) im Salomonischen Tempel lag nicht im Bauplan, sondern ist hinzugedichtet. Seit dem 3. Jahrhundert sind uns, zunächst aus Ägypten, Synagogen geschichtlich bezeugt. Ihre Lage, Bauart und Größenverhältnisse wurl) Das giiechische: beraa. Die Bezeichnung ALmemor ist aus dem arabischen Almimbar entstanden, das zur Zeit Raschi's in Frankreich für bima gebräuchlich war. 2) S. Krauss, SynagogaLe Altertümer 298. In Osteuropa nennt man den Vorraum der Synagoge, der noch, heute diesem Zwecke dient, Polisch (Palusch, Palus). Es ist wohl das mhd. plaas vom mittellat. palatium Anger. s) Das Rad in der Ornamentik dieser Synaeoge ist wohl das Glücksrad. Über dieses vergl. A. Dören „Fortuna* (VVarburg-Vorträge 1924). 4) Sie sind u. a. an der Außenseite der alten Frankfurter Synagoge angedeutet. Solche Säulen, auch auf der Miniatur MJV (Mitt. f. ,jüd. Volkskunde) 1900 (V, S. 97). Dieser Toraschiein erinnert an den alten in Nürnberg. Die Lage des Fußbodens aer Synagoge unter dem Straßenniveau -wurde mit Psalm 130, l „De profundis" und einer entsprechenden talmudischen Deutung begründet.

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