Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Quer durch Amerika
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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QUER DURCH AMERIKA 5 der Scheiterhaufen unter die Fittiche des christlichen Glaubens zu nehmen, damit die Welt erlöst werden könne. Als dies jedoch nichts half, da verzweifelten die Christen an uns und — die Welt ist unerlöst geblieben. Da hatte ein kluger Christ einen guten Einfall: Warum sollen wir die Juden erst bitten Christen zu werden, damit die Welt erlöst werde? Sie sind ja gar nicht die ,,Bnei Israel'*, von denen so viel im Alten und Neuen Testament die Rede ist. Juden und ,,Bnei Israel" sind zwei ganz verschiedene Dinge. Die Juden sind — Juden, und die „Bnei Israel" sind diejenigen, die ihm, dem Entdecker dieser neuen Lehre, anhängen, ihm ihr ganzes Vermögen geben, in seine Kommune eintreten, dort ihr Leben lang arbeiten, ohne Rechnunglegung zu verlangen oder an ,,Gewinn" zu denken, ihm vertrauen, alles tun, was er sie heißt, und nach den Regeln und Weisungen leben, die er geradewegs von Gott erhält. „Warum soll Gott, der Abraham, Isaak und Jakob erschienen ist, nicht auch einem Abraham von heute erscheinen?" — legt mir beim Empfang in seinem Büro der Stellvertreter des neuen Abraham dar, ein Christ mit einem herrlichen blonden Bart, der ihm viel Ähnlichkeit mit einem frommen Juden gibt, einem wunderschönen hellen Gesicht und zwei großen blauen Kinderaugen, deren feuriger Blick geradezu blendet. Er hat das schönste Männerantlitz, das ich seit langem sah — eine gerade, griechische Nase, frische rote Lippen und eine hohe Stirn, von der der Schimmer des Glaubens leuchtet. Der Mann, dem Gott zu unseren Tagen erschienen ist und der das ,,Haus Davids" erbaut hat, heif3t Benjamin. ,,Die Bnei Israel" — erklärt mir sein Stellvertreter weiter — ,,sind die zehn Stämme, die zur Zeit der ersten Tempelzerstörung verloren gingen. Sie haben sich mit den Völkern der Erde vermischt und sind unter Christen und Juden zu finden. Von Millionen gehört einer zu den Bnei Israel. Und Gott erschien Benjamin und sprach: ,Mache dich auf und sammle die Kinder Israels!4 So sammelt denn Benjamin die Kinder Israels im ,,Hause Davids", das er in der Nähe eines Gartens hart am Michigan errichtet hat. Dort leben alle Männer, Frauen und Kinder, in Gemeinschaft. Sie übergeben Benjamin ihr Vermögen und arbeiten in einer Kommune. Die Geschäftsführung besorgt Benjamin mit seinem Stab für sie. Und wenn alle Kinder Israels gesammelt sein werden, dann kommt die Welterlösung." Richtig, noch etwas — die Bnei Israel sterben nicht. Nach dem Wort der Schrift: „Du wirst nicht verschnitten werden von deinem