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Menorah · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Article
Quer durch Amerika
Date
1932-01-01
Page
Seite 4 (sequence 2)
Language
German
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4 MEN ORAH Tikwah hervorruft und dessen Ölbaumpflanzungen das Bild von Sichern hervorzaubern; ehe ich aber von Kalifornien erzähle, wo das Wasser wie durch ein Wunder die Wüste in ein Paradies verwandelt hat (hier sehen wir, was aus Palästina werden kann), muß ich von einer sehr wichtigen Entdeckung berichten, die ich auf meiner Reise durch Amerika unweit von Chicago am Michigansee machen konnte: dort habe ich nämlich die so lange verlorenen und so viel gesuchten zehn Stämme Israels gefunden. Bisher war man der Ansicht, die zehn Stämme Israels seien jenseits des Flusses Sambatjan zu finden, — denn hinter diesem Fluß, der glühende Steine auswirft, wohnen die ,,roten Juden"; aber man kann nicht zu ihnen gelangen, es sei denn, man kommt gerade am Freitag abend ans Ufer des Sambatjan, wenn der Regen glühender Steine für einen Tag aufhört. So schreibt wenigstens der berühmte jüdische Weltreisende Benjamin von Tudela. Aber in Chicago erfuhr ich, daß die ,,roten Juden", die Nachkommen der zehn Stämme, unweit von Chicago wohnen und zwar dort, wo sich auch das Paradies befindet. Als ich diese Mär erfahren, ließ es mir keine Ruhe — ich mußte mit eigenen Augen die zehn Stamme Israels sehen, die unweit von Chicago in unmittelbarer Nachbarschaft des Paradieses wohnen. Doch ich will schön der Reihe nach erzählen, wie es kam, daß die ,,roten Juden", die Nachkommen der zehn Stämme, oder wie sie sich nennen, die „Kinder Israels" aus dem Hause Davids, sich unweit der Riesenstadt Chicago ansiedelten. Von den ,,Bnei Israel", den Kindern Israels ist sehr oft die Rede, sowohl im Alten wie im Neuen Testament. Sie gelten als die Creme der Menschheit, als die Auserwählten Gottes. Ihnen ist der Herr erschienen, um ihretwillen wird der Erlöser kommen, und auch der Nazarener sagte, er sei nicht zu den Götzendienern gekommen, sondern zu den Kindern Israels, und nicht eher werde das „Königreich des Himmels" erstehen, das heißt, nicht eher werde die Welt erlöst werden, als bis die „Bnei Israel" gesammelt seien von allen Enden der Erde und zurückkehrten in das Land, das Gott ihren Vätern Abraham, Isaak und Jakob verheißen. Bisher war man der Ansicht, mit den „Bnei Israel" seien wir Juden gemeint, von uns sei im alten und neuen Testament die Rede, uns wollten die Christen „erlösen" und nur wir seien so verblendet, uns nicht erlösen zu lassen. So haben sie denn versucht, uns gewaltsam zu „erlösen" und uns durch die Macht der Inquisition, der Folter und

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