Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Quer durch Amerika
- Date
- 1932-01-01
- Page
- 3 (sequence 1)
- Language
- German
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MENORAH X. JAHRGANG JÄNNER/FEBRUAR 1932 NUMMER 1/2 QUER DURCH AMERIKA Eindrücke einer Reise Von Schalom A s c Ii Autorisierte Übersetzung von Siegfried Schmitt Nachdruck, auch auszugsweise, verboten III. Die verlorenen zehn Stämme Ich liege im schaukelnden Prokrustesbett eines Pnllmann-Wagens und wir rasen mit dem Sturmwind um die Wette über die unendliche Prairie, über die öde, menschenleere Wüste, durch das Totental, wo der Wind spielerisch die Sandberge hin- und herschiebt, unter denen die Leichen der ersten Pioniere liegen. Ich hielt mich in großen und kleinen Städten auf, sah Juden mit Chinesen Handel treiben, sah Juden, die in den tropischen Niederungen von Kalifornieren gedörrtes Obst bei den armenischen Gärtnern aufkaufen, — Juden, die einsam in neuentstandenen Siedlungen zwischen mexikanischen Farmern und amerikanischen Cowboys wohnen, keine Frau bekommen, die mit ihnen in den unzivilisierten Gegenden hausen will, und daher spanisch-amerikanische Bauernmädchen heiraten müssen. Ich sah Juden, die, um ihre Lungentuberkulose zu heilen, den fernen heißen Süden aufgesucht haben und jetzt mit alten Schuhen handeln. Bei ihnen sind Schuhe aus aller Herren Ländern zu finden, chinesische, japanische, mexikanische, italienische. Andere Juden sah ich, die „Expeditionen" in die Wüste unternehmen, um Rohöl oder Silberminen zu finden, die Aktiengesellschaften gründen und Büros auf dem New Yorker Broadway haben. Ich sah auch Juden, die neue Siedlungen gründen, wie einst unsere Vorfahren in der Ukraine und in Neurußland, deren Siedlungen den Grund für die späteren jüdischen Städtchen legten. Einiges von dem, wias ich gesehen, will ich hier beschreiben. Zunächst möchte ich vom goldenen Kalifornien erzählen, dem Lande, das so sehr an unser eigenes Land Erez-Israel denken läßt, dessen Orangenduft die Erinnerung an die Orangehaine von Petach-