Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1931)
- Article
- Ahasver in Asien
- Date
- 1931-11-01
- Page
- 535 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Die geheimnisvolle Stadl Nedschef im Irak ..Es kostet nichts'*, sagte er. „deine Unterhaltung war mir Lohn genug." Zum zweiten Male begegnete ich ihm an der mesopotamischen Grenze. Hier sind die Juden kleine Handwerker, Kaufleute oder Geldwechsler und in der Mehrzahl sehr strenggläubig. Als ich einen alten Juden zu einer Tasse Kad'ee einladen wollte, wies er dies freundlich zurück; denn wie die Muhamniedaner wollen auch sie keine Nahrung von Andersgläubigen empfangen, die ihnen in gleicher Welse als unrein gelten. Sie nehmen hier keine sehr geachtete Stellung ein. und wie es scheint, müssen sie sich viel Schmähungen gefallen lassen. Sie haben deshalb ein besonderes seltsames Mittel gefunden, um sich davor zu schützen. Bevor ein Jude in Chanekin aus dem Hause geht, bleibt er auf der Tiirschwelle stehen, nimmt seine Eilzkappemit dem darum gewickelten Kopftuch ab und spricht alle nur erdenklichen Schimpfworlc in das Innere seiner Mütze hinein, die ihm einfallen: „Du Gauner! Dieb! Hundesohn! Iliirenknecht! Bruder des Teufels!" Dann setzt er beruhigt seine Kilzkappe wieder auf. Beschimpft ihn nun unterwegs ein Andersgläubiger auf seinem Wege, so erwidert er einfach: ..Das habe ich schon gehört!'' Unberührt, mit der Miene des geduldigen Weisen, gehl er weiter.