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Menorah · 1931-11-01 · Heft 11-12 (November 1931) · p. Seite 527

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 11-12 (November 1931)
Article
Die Synagoge in Sillein
Date
1931-11-01
Page
Seite 527 (sequence 3)
Language
German
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DIE SYNAGOGE IN SIL LEIN 527 dieser Widerspruch, wie wenig das Bauprogramm trolz seiner geharnischten Haltung durchdacht, wie sehr es von längst üherlehlen Vor e i n g e n o mm e n h e i (e n beherrscht war. Das alles mußte hier vorausgeschickt werden. Denn ohne Kenntnis dieser Umstände ist eine richtige Einschätzung der Synagoge, wie sie geworden ist. unmöglich. Man denke sicli nur einmal die Einschränkungen weg, die der Handlungsfreiheit des Künstlers gezogen waren, und frage sich, ob in diesem Falle Feier Hehrens, rein aus der Natur der Aufgabe, zu dem nämlichen Ergebnis gekommen wäre. Nein, das wird niemand glauben. An der Synagoge in ihrer heutigen Gestalt haben die Bauherren mit gebaut. Schade! Wir hätten lieber einen Bau bloß aus der Hand des Baumeisters gesehen. Um so respektabler, wie klar und stark er den eigenen Charakter in dieser heiklen Situation bewahrt lud. Eine besondere Schwierigkeit für die Anlage bot der unregelmäßig und lang gestreckte Bauplatz, dessen Hauptachse von Norden nach Süden, also gegen die Richtung des Gebetes verläuft. Behrens nützt die größte Breite des Flatzes dadurch aus, daß er dorthin das Rechteck des llauptbaues verlegt und in die schmale Südzunge das anschließende Winterbethaus führt. Dabei sind einige Bäume stehen geblieben und im Westen stehen sie gesellig zusammen, so daß schon bei der Herstellung des Grundrisses die Rücksicht auf die landschaftliche Um gebung genommen wurde, die bei Anlagen in Landstädten so wichtig ist. Freilich, ein intimerer Zusammenhang von Bauwerk und Landschaft hat sich dabei nicht ergeben. Denn die Landschaft das Ortes hat eine lebhafte, bewegliche Natur, das Bauwerk aber— schon im Grundriß — eine aufs Ganze gehende, geschlossene Haltung. Das ist auch sein Verhältnis zum Relief des Geländes. Der Boden der Stadl erscheint kräftig bewegt, die Baustelle steigt an. Das ist für ein Gebäude von feierlicher Bestimmung nur günstig. Und Behrens ist der Mann, um eine solche Gegebenheit klar zu erkennen und mit einfacher, starker Wirkung zu gebrauchen. Er führt vorn eine breite Freitreppe an den Eingang heran und gewinnt mit ihrer Plattform das Niveau für die Basis des ganzen Bauwerkes. So ist auch schon für die architektonische Form eine Grundlage: die erste durchgehende und durchsichtige Morizontalschichl gewonnen. Die zwei — im Winkel und geradewegs •— anstoßenden Terrassen zu beiden Seiten der Treppe helfen mit, um das Ungleiche auszugleichen. Dann sind es die Brüstungen dieser Terrassen, die schmalen, wagerechten Schutzdächer darüber, der lang gestufte dunkle Sleinanantel. der unten den zentralen Würfel

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