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Menorah · 1931-11-01 · Heft 11-12 (November 1931) · p. Seite 522

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 11-12 (November 1931)
Article
Don Joseph Nassi, Herzog von Naxos
Date
1931-11-01
Page
Seite 522 (sequence 23)
Language
German
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522 MENORAH den Herzog zum Autor hatte, aher alle Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß der Ilerausicher ihm die Feder führte. Selhslfuidige Arbeit lag Joseph fern, seine Kenntnisse der heiligen Schriften waren unvollkommen und wissenschaftlicher Sinn ging ihm ah. Zwar ließ er einige seltene Manuskripte sammeln und kopieren, zwar unterhielt er in seinem Palast eine Schule, aber das taten damals alle reichen Juden. Der Versuch, aus dem Muster der Edlen jüdischer Nation, wie ihn der Sultan nannte, einen Muster juclen zu machen, schlägt leider fehl. Nassi war ein skrupelloser Geschäftemacher, den Wohltätigkeit und Kunstinteresse nur soweit berührten, wie es zum guten Ton gehörte. Zweifellos aber ist er eine der markantesten Persönlichkeilen unter den türkischen Juden, und sicherlich derjenige, dessen Leben an äußeren Erfolgen am reichsten war. A ii m e r k u n g o n. 1) Das Geburtsdatum ergibt sich aus dem von Longperier beschriebenen Medaillon, «loch die von L. aufgeslollle Behauptung, das Medaillon stelle Gratia die ältere dar, ist irrig, das Medaillon gibt Gracia die jüngere wieder. Auch zwei andere Beschreibungen des Medaillons, nämlich die in der Zeitschrift „Ost und West", Jahrgang 1922, Seile '259, und die kurze Notiz im (iemei inleblall der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Januar einhalten falsche Angaben. "*) Im allgemeinen wird das Jahr löo.'t als Datum für das EintretTen Josephs in Constantinopel angenommen. Die ausführlichsten Angaben zwecks Feststellung des Ankunftsdatums finden wir in dein von d'Aubais veröffentlichten Bericht des Gesandlschaftssekrelärs Chesneau und in den Briefen des französischen Gesandten in Venedig de Morvilliers an Heinrich II. Chesneau schreibt: ..En ce lemps Iii im cerlain Jean Miequez .. . vint ä Constanlinople avec lellres de faveur de M. de Lansac, ambassadeur du roi a Korne . . . 11 y Irouva la sire Beatrix de Lüne..." Levy (Anmerkung 45) wundert sich, daß Zinkeisen dieses „en ce lemps h\" 1550 datiert, er selber datiert es 155.'L Die Zinkeisen\selic Auffassung nähert sich aber der Wirklichkeil mehr als die von Levy, denn „en ce lemps la" war Anfang 1548. Aus der Aufmachung des Chesneaifschon Berichtes ist ersichtlich, daß der Bericht nicht in der Art eines Tagebuches während des Aufenthaltes in Constantinopel entstanden isl, sondern nach Abschluß der Boise. Chesneau erinnert sich also nur in großen Zügen an die Ereignisse. Unmittelbar vor der zitierten Stelle gibt Chesneau eine völlig zeillose Beschreibung von Constantinopel, vor dieser Beschreibung berichtet er die Ankunft des Seigneur dTIuylon (Jean-Erancisquc de Seive), von dem es feststeht, daß er im Herbst 1547 (wahrscheinlich Ende September) in Constantinopel eintraf. Das nächste von Chesneau erwähnte Dalum ist die Ahreise zum persischen Eeldzug Mai 1548. Joseph Nassi isl also zwischen Herbst 1547 und Mai 1548 in Constantinopel angekommen, und. zwar, da Chesneau unmittelbar nach der Mitteilung der Ankunft Josephs den Aufbruch nach Persien schilderl, in den ersten Monaten des Jahres 1548. Chesneau erwähnt ferner, daß Joseph nach Constantinopel gekommen sei

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