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Menorah · 1931-11-01 · Heft 11-12 (November 1931) · p. Seite 519

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 11-12 (November 1931)
Article
Don Joseph Nassi, Herzog von Naxos
Date
1931-11-01
Page
Seite 519 (sequence 20)
Language
German
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DON JOSEPH NASSI, HERZOG VON NAXOS 519 König von Cypern werden würde, und in eingeweihten Kreisen flüsterte man sich zu, daß er die Insel mit Juden bevölkern wolle, um — diesmal via Cypern — König der Juden zu werden. Aber noch schwankte der Sultan. Doch in den Anfangstagen des Oktober 1569 konnte Joseph als erster triumphierend dem Di van berichten, daß am 31. September das Arsenal von Venedig mit der gesamten Munition in die Luft geflogen und die Flotte verbrannt sei. Der Krieg wurde beschlossen7). Piale Pasche erhielt das Oberkommando über die Flotte, Lala Mustapha wurde zum Befehlshaber des Landungskorps ernannt, der Herzog Joseph hielt es für geraten zu Hause zu bleiben. 360 Segelschiffe verließen Constantinopel im März und April 1570. Die ersten Kriegstaten spielten sich auf der Insel Tinos ab, die von einem Ende bis zum anderen eingeäschert wurde. Es war die Strafe dafür, daß die Bewohner gewagt hatten, Nassi Widerstand zu leisten, als er die Insel ihrer schönen Weinberge willen seinem Herzogtum einverleiben wollte. Die Bevölkerung flüchtete in das uneinnehmbare Fort, sie ließ Häuser, Bäume, Vieh verbrennen, nach dem kurzen Erscheinen der Türken winkte wieder die Freiheit. Tinos blieb venetianischer Besitz, der einzige von allen Eroberungen der Republik aus den Zeiten der lateinischen Kaiser Constantinopels. Im August 1570 erreichte die Expedition die Südspitze Cyperns. Nicosia wurde zuerst angegriffen. Es war eine heilige Stadt, doch keine Festung. 360 Kirchen und Klöster zeugten von dem Aberglauben, aber nicht von der Umsicht der Könige Jerusalems. Die weitblickenderen Venetianer hatten 80 Kirchen niedergerissen, um aus ihren Trümmern Festungsmauern zu errichten. Nach sechswöchiger Belagerung ergab sich die Stadt. Dann griffen die Eroberer Famagusta an, 16 Monate später fiel die reichste und prunkhafteste Handelsstadt des venetianischen Orients. So kam unter türkische Herrschaft das köstliche Königreich Cypern, das von der Natur zum Garten des Orients auserwählt war, aus dem die Eroberer ein Massengrab für die Bevölkerung machten. Die Venetianer verloren die blühendste ihrer Kolonien, die unfähige Verwaltung der Türken verwandelte sie in ödes und unfruchtbares Land. Die Römer hatten Cypern einst der Arsinoe und Cleopatra als ehrfurchtsvolles Geschenk dargebracht, die Türken gaben die Insel den Sultansmüttern, Haremsdamen, als Apanage. Josephs Anstrengungen hatten sich nicht gelohnt. Der Großvesir machte dem Sultan begreiflich, daß die Ernennung des Juden zum König von Cypern sowohl bei den Mohammedanern, als auch bei den

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