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Menorah · 1931-11-01 · Heft 11-12 (November 1931) · p. Seite 518

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 11-12 (November 1931)
Article
Don Joseph Nassi, Herzog von Naxos
Date
1931-11-01
Page
Seite 518 (sequence 19)
Language
German
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518 MENORAH in Anspruch genommen. Als aber der Friede hergestellt war, setzte Joseph von neuem alle Hebel in Bewegung, um in den Besitz der versprochenen Insel zu gelangen, sein Herzogstitel genügte ihm nicht mehr, er wollte König werden. An der Spitze der Kriegspartei stand Joseph Nassi, ferner der Flottenkommandant Piale Pascha und Lala Mustapha, der ehemalige Erzieher des Sultans. Diese beiden hofften durch neue Kriegstaten ihren etwas verblichenen Einfluß wieder aufzufrischen, Joseph hoffte, daß das Königreich in spe guten Verdienst abwerfen würde. Und als gar der Scheik-ul-Islam, Ebu-el-Seud Effendi sich auf die Seite der Kriegspartei stellte, schien deren Sache gewonnen. Der Scheik machte dem Sultan begreiflich, daß es ein frommes Werk sei, die Insel zu erobern, um aus dem Gelde der Ungläubigen die neue Moschee in Adrianopel zu erbauen. Verlockend war der Besitz von Cypern, dem Kypros der Griechen, das die Fabel zum Aufenthalt der Götter und Göttinnen der Schönheit und Liebe auserkoren hatte. Seine Kupferminen waren der Venus geweiht, die Gärten, die heiligen Haine, die Tempel dieser Göttin der Wollust bedeckten seine Uferberge. Cypern, unter ewigem Frühling, hatte einen köstlichen Boden, der Getreide, Wein, Maulbeerbäume, Oliven, Platanen, Cypressen, alle Früchte des Orients hervorzauberte, in dessen Innerem kostbare Steine, Jaspis, Bergkristall, Opale und Kupfer ruhten, unerschöpfliche Reichtümer, die schon manchem Herrn zur Verbesserung seiner Finanzen gedient hatten und wie sie der Sultan und sein Freund Nassi zur Auffüllung der Kassenschränke gebrauchen konnten. Die Perser, Griechen, Römer hatten Cypern besessen, später die Araber und schließlich Richard Löwenherz, der es an die Tempelritter verpfändete, jenen habsüchtigen und tyrannischen Mönchen, die die Völker im Namen Christi knechteten anstatt sie zu befreien, dann war es an Guy de Lusignan gekommen, später an die Genuesen, den königlichen Kaufleuten, die mit Königreichen handelten. Endlich hinterließ es der Bastard Jacques, der letzte König, seiner Gattin Catherina Cornaro, der schönen Venetianerin, und einem noch ungeborenen Sohn. Auch Catherina Cornaro verschacherte ihr Reich. Der Senat hatte der Königin bei ihrer Heirat eine Mitgift von 100.000 Dukaten gegeben, nach dem Tode des Gatten wurde Catherina zur „Tochter von San Marco" erklärt, 1489 schenkte die Tochter das Königreich ihrer Mutter, der venezianischen Republik. Josephs Traum schien sich der Wirklichkeit zu nähern. Schon berichteten die fremden Diplomaten ihren Höfen, daß der ,,Großjude"

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