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Menorah · 1931-11-01 · Heft 11-12 (November 1931) · p. Seite 512

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 11-12 (November 1931)
Article
Don Joseph Nassi, Herzog von Naxos
Date
1931-11-01
Page
Seite 512 (sequence 13)
Language
German
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512 MENORAH liehen Kirchenfürsten 2000 Thaler. 1572 wandte sich der Kaiser Maximilian nochmals an Joseph, damit er in Constantinopel für ihn interveniere5) . Auch die Geusen versuchten von Josephs Einfluß zu profitieren. Als der Herzog Alba den Abfall der Niederlande durch Blutgerichte aufhalten zu können glaubte, schickte Wilhelm von Oranien einen Vertrauensmann zu Nassi, der von den Zeiten seines Aufenthaltes in Antwerpen noch Beziehungen zum niederländischen Adel unterhielt. Joseph versprach, daß der Sultan sich der Mauren in Spanien annehmen würde, um Philipp Verlegenheiten zu bereiten, er versuchte auch den Sultan zum Eingreifen zu veranlassen, aber die Verhandlungen blieben ergebnislos. Mit der polnischen Regierung stand Joseph dn angenehmen Geschäftsbeziehungen. Nassi war Inhaber des Monopols für den Wachshandel in Polen — allerdings war er wohl der Meinung, daß es für einen Herzog von Gottes Gnaden nicht schicklich sei, mit Wachs zu handeln, und deshalb schob er Strohmänner vor — da aber die Regierung ihre Verpflichtungen nicht hielt, mußte der Sultan eingreifen und durch einen Brief an den Polenkönig Sigismund August bitten, die dem jüdischen Günstling nicht genehmen Konkurrenten auszuschalten. An dieses Wachsgeschäft schloß sich eine jahrelange, freundschaftliche Korrespondenz zwischen dem polnischen König und dem Muster der Edlen jüdischer Nation, der den Auftrag erhielt, die Missionen der polnischen Gesandten zu erleichtern, die zwecks Anknüpfung von Handelsbeziehungen zur Pforte geschickt wurden. Als nach dem Tode des kinderlosen Sigismund August ein kleines Dutzend Prätendenten ein Wettrennen um den Thron veranstaltete, war Nassi gleichfalls in die Intrigen verwickelt, die die Bewerber in Constantinopel anzettelten. Um seine Interessen zu wahren, bediente sich Joseph aller nur denkbarer Kniffe und heiligte die Mittel durch den Zweck Geld zu verdienen. Er setzte eine kaiserliche Irade durch, die den in Galata lebenden Untertanen seines Herzogtums befahl nach Naxos zurückzukehren. Der Herzog trieb den Cynismus so weit, daß er seinen Landeskindern schwere Strafe androhen ließ, falls sie ins Ausland wanderten, anstatt dem Befehl zu folgen. Der geschäftstüchtige Landesvater hatte nämlich ein berechtigtes Interesse, die Bewohnerschaft seiner Inseln zu vermehren, um die Zahl der Glücklichen zu vergrößern, die der herzoglichen Kasse Steuern zahlen durften. Bereits wenige Tage nach dem Befehl zur Rückkehr wurde der Kadi von Chios nach Naxos geschickt, um eine Liste der Steuerpflichtigen aufzustellen. Der Sultan befiehlt,

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