Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1931)
- Article
- Don Joseph Nassi, Herzog von Naxos
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 510 (sequence 11)
- Language
- German
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510 MENORAH Herzogtum. Er zog es vor, weiterhin seinen prächtigen Palast Belveder in dem geschäftigen und intriganten Constantinopel zu bewohnen, dessen Atmosphäre seinem unternehmungslustigen Geiste mehr zusagte als das ruhige Naxos. Das Herzogtum ließ er durch einen spanischen Edelmann Franceso Coronello verwalten, es nimmt aber nicht wunder, daß dieser Grande in die Dienste des israelitischen Prinzen trat, denn Coronello's Großvater war der jüdische Finanzminister Abraham Senior, der es vorgezogen hatte seiner Ausweisung aus Spanien durch die Taufe zu entgehen4). Der Herzog legte größten Wert darauf, sich ein fürstliches Gehabe zu geben. In seiner Correspondenz mit dem Statthalter beobachtete er die zwischen Herrschern und ihren Ministern üblichen Formen, seine Dekrete hatten die Aufmachung der Erlasse gekrönter Häupter: ,,Josephus Naci Dei Gratia Dux Aegei Pelagi, Dominus Andri etc. Universis et singulis ministris et officialibus nostris has partes inspecturis notum sit.. . Qualmente havendo risguarda alia buona, diligente e fidel servitü di Fr. Coronello I. U. D. e luogotenente nostro nelF administratione di tutte le isole nostre sia nelle cose di Giusticia como nelle altre di servitio nostro, volendo in parte gratificarlo . . . e havendo il predetto nostro luogotenente humilmente supplicato a volerli conceder Ii infrascitti terreni e pascoli della Signoria esistente alle isole di Naxia . .. pagando il tutto annuatim al mese di Settembre pp, alla Signoria. Datum in Palatio Ducali Belveder prope Perami Constantinopolis 1577 XV. Julii. Joseph Naci. De mandato Ducis Joseph Cohen, secretarius et ammanensis." Auf herrlichstem Pergament ist die Schenkung des Herzogs von Gottes Gnaden ausgestellt. Doch all dies war nur äußere Staffage. Josephs Bestreben ging lediglich dahin, sein Vermögen zu vergrößern, als es erreicht war, durch eine Rangerhöhung die frischen Millionen zu verzieren. Der Herzog war einer der größten Geschäftemacher seiner Zeit. Sein besonderes Gebiet war der Weinhandel, die berühmtesten Reben auf Sicilien, Chios und Cypern waren sein Eigentum, und er trachtete danach, sich ein Alkoholmonopol zu verschaffen. Sein Freund Selim half mit, gegen entsprechende Provision in Naturalien. Durch einen Erlaß des Sultans wurde der Bosporus für aLle Schiffe gesperrt, die Wein von Kreta nach Moldavien transportieren wollten und den Weinhändlern entzog man die früher erteilten Erlaubnisscheine. Die Folge war, daß Joseph alljährlich konkurrenzlos tausend Tonnen Wein von Creta nach Moldavien verschiffen konnte. Um aber von dem gesamten