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Menorah · 1931-11-01 · Heft 11-12 (November 1931) · p. Seite 509

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 11-12 (November 1931)
Article
Don Joseph Nassi, Herzog von Naxos
Date
1931-11-01
Page
Seite 509 (sequence 10)
Language
German
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DON JOSEPH NASSI, HERZOG VON NAXOS 509 1564 schrieben der Sultan und der Thronfolger nach Frankreich und drängten auf Rückzahlung, zumal Joseph an den kaiserlichen Tresor stark verschuldet war und seinen Verpflichtungen nur nach Befriedigung durch Frankreich nachkommen konnte. Als der französische Hof sich damit herausredete, daß die Schuld noch nicht nachgeprüft sei, schickte Joseph seinen venetianischen Geschäftsfreund Odouart de Gometz (Salomon Usque) mit allen erforderlichen Unterlagen nach Frankreich. Der französische Gesandte hingegen regte bei seinem Hofe an, der Sache ein für alle Mal ein Ende zu machen mit der schon früher erfolgreich angewendeten Ausrede, daß nach den französischen Gesetzen Juden nicht nur jeglicher Handel verboten sei, sondern bei Verstoß gegen diese Vorschrift auch all ihr Eigentum konfisciert würde. Der Sultan unterstützte auch weiterhin seinen Günstling, im März 1565 schrieb er zum dritten Male an den König und drang in energischen Worten auf sofortige Zahlung. Sein Flottenchef, der an der Küste der Provence kreuzte, wurde beauftragt einen Boten an Carl IX. zu schicken, um nochmals mündlich wegen der Schuld vorstellig zu werden. Der französische Gesandte mußte diesem Besuch auf ausdrücklichen Wunsch des Sultans durch einen Brief an die Königin Mutter Katherina von Medici Nachdruck verleihen. Sultan Soliman starb im September 1566. Durch einen der ersten Regierungsakte des neuen Sultan Selim wurde der getreue Joseph Nassi fürstlich belohnt. Als Joseph in Belgrad zur Ceremonie des Handkusses zugelassen wurde, ernannte der Sultan den aus allen europäischen Staaten vertriebenen Juden zum Herzog von Naxos und der zwölf Cycladen. Daß es noch einen rechtmäßigen Herzog gab, störte wenig. Jacques Crispo, der 21. lateinische Herrscher des seit 1527 unter türkischer Oberhoheit stehenden Archipels war infolge ewiger Geldklemme bei seinen Untertanen derart unbeliebt, daß sie bei der Pforte für seine Absetzung intrigierten. Der Fürst reiste nach Constantinopel, wurde dort 15.000 Taler bei angeblich einflußreichen Würdenträgern los, aber es blieb bei seiner Absetzung und Nassi wurde Herzog. Crispo ging mit seiner Familie nach Venedig, die glänzende Aufnahme, die ihm die Inselrepublik bereitete, war eine Demonstration gegen den neuen Herrscher. Der Herzog Joseph brauchte nur den mageren Tribut von 6000 Dukaten jährlich zu zahlen, der in keinem Verhältnis zu den Einnahmen stand, die ihm seine Inseln brachten. Nassi residierte nicht in seinem

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