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Menorah · 1931-11-01 · Heft 11-12 (November 1931) · p. Seite 504

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 11-12 (November 1931)
Article
Don Joseph Nassi, Herzog von Naxos
Date
1931-11-01
Page
Seite 504 (sequence 5)
Language
German
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504 MENORAH geklärten Herzogs Hercules, erfreuten sich die dorthin geflüchteten Juden weitgehender Freiheiten. Gracia fand in allen Gesellschaftskreisen Zutritt, obgleich sie aus ihrer Herkunft keinen Hehl mehr machte und ihren alten jüdischen Namen Nassi wieder angenommen hatte. In Ferrara war es ihr vergönnt, ihren Edelmut, ihr Mitgefühl für arme Glaubensgenossen, ihr großes und gütiges Herz frei und offen zu betätigen. Wie auf ihren bisherigen Wanderungen durch Europa kam auch den dortigen Juden ihre Klugheit und Opferwilligkeit zu statten. Die Anerkennung blieb ihr nicht versagt. In seiner „Consolacäo äs tribulagoes de Israel" dankt ihr der Dichter Samuel Usque in überschwänglichen Worten für ihr segensreiches Wirken unter den Marranen; die Herausgeber der ferrarisch-spanischen Bibel Abraham Usque und Yom Tob Atlas widmen diese Bibel, bis auf einige wenige, dem Herzog zugeeigneten Exemplare, „der durchlauchten Senora Dona Gracia ... als der Persönlichkeit, deren Verdienste unter den Unseren stets den höchsten Platz einnehmen. Möge Ew. Gnaden sie annehmen, sie begünstigen und verteidigen mit dem Geiste, der immer diejenigen begünstigt hat, die Hilfe von Ihnen verlangten". Die Schwestern Mendez-Nassi, ihre Töchter und der Neffe Samuel hielten sich mehrere Jahre in Ferrara auf, während Joseph nach seiner Rückkehr aus Constantinopel Europa kreuz und quer bereiste. Der Beauftragte des Sultans bemühte sich jahrelang in Venedig um die Freigabe des Familienvermögens zu erwirken, auch die Schwestern Nassi mußten 1552 nach Venedig reisen, um persönlich in die Verhandlungen einzugreifen. Von dort siedelte Gracia mit ihrer Tochter Reyna nach Constinopel über, während ihre Schwester, deren Tochter Gracia und Samuel noch mehrere Jahre in Ferrara blieben. Als Gracia in Constantinopel eintraf, fand sie Weg und Steg geebnet. Bald nach ihrer Ankunft kam auch Joseph zum zweiten Male in die türkische Hauptstadt (Sommer 1553), um sich endgültig dort niederzulassen. Auf seinen Reisen hatte er es verstanden, sich trotz der Feindschaft mit der französischen Regierung einen Empfehlungsbrief des französischen Gesandten in Rom an den Gesandten in Constantinopel zu verschaffen, so daß er Anschluß an die diplomatischen Kreise fand. In Constantinopel bekehrte sich Joseph wieder zum Judentum, er heiratete seine Cousine Reyna und wurde so der Schwiegersohn der Dona Gracia. Das riesige Vermögen der Nassi öffnete Joseph in Constantinopel jede Tür. Schon bei seinem ersten Aufenthalt dort hatte er Zutritt bei Hofe gefunden, jetzt war er in dem festen Entschluß gekommen, seine

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